Peinlicher Fehler

Zune-Kopierschutz ist kinderleicht auszutricksen

Elektronik
29.11.2006 16:14
Eine Software-Lücke in Microsofts neuem MP3-Wunderplayer „Zune“ sorgt derzeit für Aufregung. Amerikanische Technik-Freaks haben einen einfachen Weg gefunden, den automatischen Kopierschutz, der zwischen zwei Zunes per WLAN ausgetauschte Musik nach dreimaligem Anhören unbrauchbar macht, zu umgehen. Mit ein paar einfachen Kniffen ist es nun jedem Zune-Besitzer möglich, urheberrechtlich geschützte MP3s von seinem Player per WLAN illegal an andere zu weiterzugeben!

Dass die von Beobachtern als durchaus gewagt eingestufte Idee, den Zune mit einer WLAN-Funktion auszustatten, so schnell nach hinten losgeht, hat man sich bei Microsoft wohl nicht gedacht. Mit ein paar einfachen Kniffen, die selbst der ungeschickteste Laie tätigen kann, wird der Zune zur Tauschbörse. 

Die Anleitungen für den kleinen „Hack“ finden sich bereits zu Hauf auf amerikanischen Websites (Zune ist bislang nur in den USA erhältlich). Mit ein paar Zeichen mehr in der Registry von Zune lässt sich der Player am PC als externe Festplatte anzeigen. Um den Kopierschutz, mit dem nur Musik-Dateien erst beim Versenden per WLAN versehen werden, zu umgehen, muss man die gewünschten Dateien einfach mit der Endung „.jpeg“ umbenennen und kann sie beim Transfer eines wirklichen Jpeg-Files „mitschmuggeln“. Der andere Zune-Besitzer muss dann seinen ebenfalls um den Festplatten-Modus erweiterten Player nur noch an seinen PC anschließen, die Files umbenennen und sie wie ganz normale Songs auf seinen Zune spielen.

Keine Frage, wer das macht, betreibt auch in den USA illegales Filesharing und verübt eine strafbare Tat, die obendrein noch auf Kosten der Musikindustrie geht und den Künstlern schadet. Die Bombe an der ganzen Sache ist aber eigentlich, dass für die Umgehung der Kopierschutzfunktion keinerlei Zusatzsoftware benötigt wird! Den amerikanischen Medien und Blogs zufolge wird der komplette Umbennenungs- und Tausch-Prozess mit der von Microsoft mitgelieferten Zune-Software erledigt. Dort, und auch nur dort, taucht der Zune als externe Festplatte auf und kann auf diese Weise mit den umbenannten MP3s gefüttert werden. 

Ein wirklich dämlicher Fauxpas, wenn man bedenkt, dass Microsoft mit dem Zune eigentlich die Etablierung legaler MP3-Downloads unterstützen wollte/will und selbst eine legale Download-Börse für urheberrechtlich geschützte Musik starten will. Wer es halbwegs kundigen Technik-Freaks dann allerdings so watscheneinfach macht, den „revolutionären“ Kopierschutz mit ein paar Handgriffen auszutricksen und auch noch mithilfe der eigenen Software zu umgehen, sollte vielleicht etwas früher aufstehen...

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