Die Patientenanwaltschaft sieht in neuer Abteilung der Klinik Oberwart eine Antwort auf lange Wartezeiten und strukturelle Hürden. Fallbeispiele aus der Praxis würden das bestätigen.
Der Alleingang des Landes Burgenland, die Herzchirurgie in Eigenregie und ohne Zustimmung sowie der Zusage von finanziellen Mitteln des Bundes in der Klinik Oberwart zu etablieren, findet neben Kritikern zunehmend Unterstützer. Auch der burgenländische Patientenanwalt Lukas Greisenegger begrüßt die neue Abteilung und sieht darin eine Antwort auf lange Wartezeiten und strukturelle Hürden in der Versorgung.
Fälle aus der Praxis zeigen die Notwendigkeit
Ein konkreter Fall würde die Problematik beispielsweise sehr gut zeigen. „Eine Patientin mit akuter Herzproblematik wurde nicht in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht, sondern in ein weiter entferntes Spital transportiert, mit der Begründung, sie ist eine Gastpatientin.“
Es ist entscheidend, dass Patienten rasch und verlässlich Zugang zu notwendigen Operationen erhalten. Die Herzchirurgie Oberwart schließt eine Versorgungslücke.

Patientenanwalt Mag. Dr. Lukas Greisenegger
Bild: Landesmedienservice Burgenland
Rückmeldungen aus der Praxis würden seit längerer Zeit ein solches Bild zeigen, sagt Greisenegger. „Viele Menschen mit Herz-Erkrankungen kämpfen in der Tat mit erheblichen Wartezeiten und strukturellen Hürden.“
Abteilung schließt Versorgungslücke
Für die Patientenanwaltschaft ergebe sich daraus eine klare Konsequenz. Zusätzliche Kapazitäten seien notwendig, um lebensrettende Eingriffe rechtzeitig durchführen zu können. „Die Herzchirurgie in Oberwart schließt somit eine entscheidende Versorgungslücke“, so der burgenländische Patientenanwalt, „auch, weil der Bedarf weiter wachsen würde.“
Eine älter werdende Bevölkerung und die im Burgenland überdurchschnittliche Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen würden den Druck auf das System zudem weiter erhöhen. „Wenn zusätzliche Angebote Wartezeiten verkürzen und den Zugang zu lebenswichtigen Eingriffen sichern, ist das aus Patientensicht zu begrüßen“, betont Greisenegger.
Kooperation mit MedUni Wien scheiterte
Genau diese Situation war auch der Ausgangspunkt für den Aufbau der Herzchirurgie in Oberwart, betonte auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) immer wieder. Eine ursprünglich geplante Kooperation mit der MedUni Wien, die den Versorgungsengpass beheben sollte, kam, wie kürzlich bekannt wurde, nicht zustande. Erst danach entschied sich das Land, den Standort eigenständig aufzubauen, wie Primar Dr. Andreas Ochsenhofer, Leiter der Abteilung für Innere Medizin und Kardiologe gestern aufhorchen ließ.
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