Verstörende Chats

Weißmann-Affäre: „Du wirst mich noch kennenlernen“

Medien
22.04.2026 17:54

 „Verstörend, schockierend und inakzeptabel!“ Das sagt Interims-ORF-Chefin Ingrid Thurnher über die Schilderungen und die veröffentlichten Chat-Protokolle jener Frau, die Ex-Generaldirektor Roland Weißmann der jahrelangen sexuellen Belästigung beschuldigt. Die „Krone“ hat mit dem mutmaßlichen Opfer gesprochen – komplett zu lesen bei Krone+.

Seit der Veröffentlichung des ersten ausführlichen Gesprächs der „Krone“ und jener intimen Chat-Protokolle ist die Stimmung im Öffentlich-Rechtlichen an einem Tiefpunkt angelangt. Thurnher bezeichnete die kolportierten Chats wortwörtlich als „verstörend, schockierend und inakzeptabel“.

Der Bericht der von Thurnher eingesetzten Compliance-Kommission war allerdings zuvor zum Schluss gekommen, dass bei den Handlungen Weißmanns keine sexuelle Belästigung vorliege. Jene ORF-Mitarbeiterin hat sich nun erstmals zu Wort gemeldet und auch Einblicke in den jahrelangen Chatverlauf gegeben – das ganze Interview lesen Sie bei Krone+.

Nur Bruchteil der Forderung?
Beobachter gehen nun davon aus, dass dem zurückgetretenen ORF-Chef nur ein Bruchteil seiner finanziellen Forderungen (ursprünglich 3,9 Millionen Euro) zugesprochen werden könnte.

In der Zwischenzeit werden von allen Seiten Klagen vorbereitet. Weißmann will weiterhin beweisen, dass „alles einvernehmlich war“ und er sich nichts zuschulden hat kommen lassen.

Die Aussagen der Frau und auch die WhatsApp-Nachrichten deuten auf ein jahrelanges Geplänkel, aber eben auch auf massive Grenzüberschreitungen im Umgang mit einer „einfachen Mitarbeiterin“ des Milliarden-Unternehmens ORF hin.

„Er wurde verbal immer aggressiver“
Kerstin K. (Name von der Redaktion geändert) gegenüber „Krone“-Journalistin Euke Frank: „Er wurde verbal immer aggressiver und fordernder. Dann hat er begonnen, mich zu beschimpfen.“ Es fielen demnach Sätze wie „Verarschen kannst du jemand anderen“, „Geh scheißen“, „Du wirst mich noch kennenlernen“ oder „Merk dir gut, was du gesagt hast“.

Kerstin K. sagt gegenüber der „Krone“, sie habe Angst gehabt, ihren Job zu verlieren, wenn „ich nicht tue, was er sagt“.

„Unzählige Male gesagt, dass ich nicht mehr möchte“
Die Chatprotokolle gehen über drei Jahre. Die „Krone“ hatte am Sonntag Gelegenheit, in diese WhatsApp-Nachrichten Einblick zu nehmen. Kerstin K.: „Für mich war das tatsächlich am Anfang eine nette Freundschaft, wir sind oft gemeinsam laufen gegangen. Aber ich habe ihm unzählige Male gesagt, dass ich nicht mehr möchte. Es findet sich in all den Chats keine einzige Nachricht von mir, dass ich mehr möchte – geschweige denn eine romantische oder sexuelle Beziehung.“

Das hochbrisante Interview in voller Länge finden Sie hier.

Im Herbst 2025 wandte sich Kerstin K. dann an einen Anwalt, der eine außergerichtliche Einigung vorbereiten sollte. Dazu kam es bekanntermaßen nicht. Am 8. März trat Weißmann auf Drängen des Stiftungsrats zurück.

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