30 Jahre in Todeszelle

Teenager-Mörderin klagt US-Staat wegen Hinrichtung

Ausland
22.04.2026 18:04

Mit 18 Jahren tötete Christa Pike eine Mitschülerin, verstümmelte die Leiche und ritzte der Toten ein Pentagramm in die Brust. Sie wurde zum Tode verurteilt, wartet seit 30 Jahren auf ihre Hinrichtung – und zieht jetzt dagegen vor Gericht. Aus religiösen Gründen, wie es hieß ...

Im Jänner 1995 lockte Christa Pike gemeinsam mit ihrem damaligen Freund und einer weiteren Freundin die 19-jährige Colleen Slemmer in eine stillgelegte Fabrik. Weil sie der Meinung war, Slemmer würde ihrem Freund schöne Augen machen, folterte Pike ihr Opfer mit einem Messer bis zum Tod. Zuvor war die 19-Jährige schwer verprügelt worden, ein Gerichtsmediziner beschrieb die Leiche als dermaßen entstellt, „dass man sie auch für einen Tierkadaver hätte halten können“. Der Schädel des Opfers war mit einem Stück Asphalt zertrümmert worden. 

Pentagramm in die Brust geritzt
Pike, die sich damals auch für Okkultismus interessierte, ritzte ihrem Opfer ein Pentagramm in die Brust, außerdem entfernte sie einen Teil des Schädels, um die Knochenfragmente später vor Mitschülern prahlerisch herumzuzeigen. Pike wurde kurz darauf verhaftet, im Alter von 20 Jahren wurde sie schließlich als jüngste Person seit den 1970er-Jahren in den USA zum Tode verurteilt. Ihr Freund erhielt lebenslang, die Freundin, die „Schmiere gestanden“ hatte, eine Bewährungsstrafe. 

Der Fall sorgte für internationale Schlagzeilen, als Christa Pike 1995 eine Mitschülerin brutal ...
Der Fall sorgte für internationale Schlagzeilen, als Christa Pike 1995 eine Mitschülerin brutal ermordete.(Bild: Christa Gail Pike‘s legal team)

Seitdem sitzt Pike in der Todeszelle, Gesuche um eine Umwandlung in eine lebenslange Haftstrafe scheiterten. Zwischendurch versuchte sie noch mit einer Mitgefangenen zusammen, einen Gefängniswärter mit einem Schnürsenkel zu erdrosseln und auszubrechen, indem sie per Brief einen Justizwachebeamten dazu überredete, ihr dabei zu helfen. Sie wäre die erste Frau seit 1819, die in Tennessee hingerichtet werden würde. Ursprünglich war ihre Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl vorgesehen gewesen, diese Methode wäre zwar im US-Staat Tennessee möglich, wird aber kaum noch vollzogen. 

Hinrichtung für September angesetzt
Im Oktober vergangenen Jahres setzte ein US-Gericht nun ihre Hinrichtung per Giftspritze für den 30. September 2026 an, berichten US-Medien. Doch genau dagegen zieht Pike, inzwischen 50 Jahre alt, vor Gericht und klagt den US-Staat Tenneessee, bzw. das zuständige Department of Correction. Die tödliche Injektion könne aufgrund einer Venenerkrankung zu „unerträglichen Schmerzen“ führen. Die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl scheidet allerdings laut ihren Anwälten ebenfalls aus. Denn die verurteilte Mörderin bekennt sich inzwischen zum Buddhismus, alles, was ihren Tod verursachen könne, würde gegen ihre religiöse Überzeugung verstoßen. 

Aktuell liegt der Fall also wieder bei Gericht. Sollte das Hinrichtungsdatum allerdings aufrecht bleiben, so wäre Christa Pike die 19. Frau, die in den USA seit 1976 hingerichtet werden würde – dem gegenüber stehen über 1600 männliche Todeskandidaten, die exekutiert wurden. Im US-Staat Tennessee wäre sie sogar erst die vierte Frau, und die erste seit 1819. 

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