Die nächste Insolvenz im Firmengeflecht des deutschen Investors Hans Kilger: Nun ist auch die Weinsparte betroffen. Sie soll in verkleinerter Form weitergeführt werden. Am Donnerstag findet zudem eine Gläubigerversammlung für die insolvente Muttergesellschaft statt: 83 Millionen Euro an Forderungen sind angemeldet!
Erst vor wenigen Tagen schlitterte die Betreibergesellschaft von Schloss Gamlitz in die Insolvenz, am Mittwoch folgte die Domaines Kilger Wein GmbH, ebenfalls mit Sitz in Gamlitz. Sie wurde 2022 gegründet und hatte zuletzt sechs Dienstnehmer. Der Unternehmensgegenstand war die Herstellung von hochwertigen Weinen und der Handel mit ihnen. Die Verbindlichkeiten betragen rund 200.000 Euro.
Bei den Insolvenzursachen verweist das Unternehmen auf die inflationsbedingt deutlich gestiegenen Kosten, vor allem im Bereich Weinkellerei und Bewirtschaftung von Weingärten. Zudem sei man einem zunehmenden Preisdruck ausgesetzt gewesen. Ein schwerer Schlag war schließlich die Insolvenz der Gourmondo Handelsgesellschaft im September 2025, dadurch konnten keine weiteren Weine abgefüllt werden. Zudem musste laut Kreditschutzverband KSV1870 der Betrieb des Buschenschank „Boho“ nach einem signifikanten Verlust im Vorjahr eingestellt werden.
Künftig weniger Fläche bewirtschaftet
Die Wein GmbH soll fortgeführt werden. Bis Februar bewirtschaftete sie sämtlich Weingärten der ebenfalls insolventen Domaines Kilger GmbH & Co KG. Zukünftig will man sich laut den Kreditschützern von AKV auf eine reduzierte Fläche von 15 bis 20 Hektar in der Südsteiermark konzentrieren, das soll eine nachhaltige Betriebsführung ermöglichen. Den Gläubigern wird angeboten, 30 Prozent der Forderungen innerhalb von zwei Jahren zu erhalten.
83 Millionen Euro an Forderungen angemeldet
Die neue Insolvenzmeldung kommt einen Tag vor der Prüfungstagsatzung im Konkursfall der Muttergesellschaft Domaines Kilger. Laut Markus Graf vom AKV wurden bisher 83 Millionen Euro an Forderungen angemeldet, 51 Millionen Euro sind anerkannt. Wie hoch die Liegenschaften bewertet werden, ist noch offen – drei Sachverständige sind damit beschäftigt, Gutachten zu erstellen. Die Gesellschaft soll ja liquidiert werden.
Hans Kilger ist seit 2015 als Investor vor allem in der Südsteiermark aktiv und hat zahlreiche Unternehmen im Bereich Tourismus und Landwirtschaft aufgekauft. Nun zerfällt sein Firmenreich. Insolvent ist beispielsweise die Domaines Kilger Gastro GmbH, zu der der Jagl- und der Stupperhof zählen. Beide Restaurants sollen weitergeführt werden. Das gilt auch für die Mineralwasserfirma Peterquelle, die wirtschaftlich solide dasteht.
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