So, 22. Juli 2018

12 Prozent Minus

26.06.2017 08:12

Blackberry: Aktien-Talfahrt wegen Umsatzschwund

Blackberry hat mit seiner Strategiewende hin zu einem Softwarekonzern offenbar noch nicht den gewünschten Erfolg. Der einstige Smartphone-Pionier verschreckte die Investoren mit einem Umsatzschwund im ersten Geschäftsquartal. Die Aktie verlor zwölf Prozent an Wert.

Die Bilanz sei eine Enttäuschung, sagte Tim Ghriskey, Investmentstratege bei der Beratungsgesellschaft Solaris Asset Management. "Das wirft einen Schatten auf die Nachhaltigkeit der Neuausrichtung."

Blackberry hat das iPhone verschlafen
Das kanadische Unternehmen stand seit der Einführung des iPhone von Apple unter Druck, lagerte das Smartphone-Geschäft schließlich komplett aus und will sich nun auf Software konzentrieren. Dabei ist Blackberry auf dem Gebiet der selbstfahrenden Autos aktiv. Der Dienst Radar beispielsweise soll bei dem Management von Lkw-Fuhrparks helfen. Doch vor allem mit Geschäftskunden lief es im Frühjahr nicht rund.

Machte Blackberry im vierten Geschäftsquartal noch 27 Millionen US-Dollar (rund 24 Millionen Euro) mit entsprechenden Diensten, war es im ersten Quartal den Angaben zufolge "fast nichts". Investoren hatten allerdings große Hoffnungen in Blackberry gesetzt. Seit der letzten Bilanz im März hatte die Aktie etwa 60 Prozent an Wert gewonnen.

"Wachstum kommt eher in der zweiten Jahreshälfte"
Blackberry selbst gab sich für den weiteren Geschäftsverlauf zuversichtlich. Der Softwareumsatz dürfte im Gesamtjahr wie bereits angepeilt um zehn bis 15 Prozent zulegen, sagte Konzernchef John Chen. "Das Wachstum kommt wohl eher in der zweiten Jahreshälfte, denke ich."

Zwischen März und Mai fielen die Erlöse um 40 Prozent auf 235 Millionen Dollar (210 Millionen Euro). Unter dem Strich blieben dank einer Sonderzahlung des US-Chipherstellers Qualcomm 671 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor war noch ein Verlust von 670 Millionen Dollar angefallen. Qualcomm musste Blackberry nach einer Entscheidung eines Schiedsgerichts 940 Millionen Dollar an Gebühren für die Nutzung bestimmter Technologien bezahlen.

 krone.at
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