28.04.2017 11:02 |

Schäden einschätzen

Neue App ermöglicht Katastrophenhilfe von zu Hause

Wo am meisten Hilfe gebraucht wird, ist bei Erdbeben, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen für Rettungskräfte meist schwer erkennbar. Forscher des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) im niederösterreichischen Laxenburg haben daher nun eine App entwickelt, mit der Freiwillige auf der ganzen Welt anhand von Satellitenfotos helfen können, die Schäden einzuschätzen.

Über die für iOS und Android erhältliche Anwendung "Picture Pile" bekommen Freiwillige Bilder von vor und nach der Katastrophe gezeigt, erklärte Steffen Fritz vom IIASA am Freitag am Rande der Generalversammlung der European Geosciences Union. Mithilfe der "Plattform der Vereinten Nationen für raumfahrtgestützte Informationen für Katastrophenmanagement und Notfallmaßnahmen" werden nach Naturkatastrophen Satellitenfotos aufgenommen und bereitgestellt, sobald der Himmel wolkenfrei ist. "Idealerweise sind sie am selben Tag verfügbar, im schlechtesten Fall nach ungefähr einer Woche", so Fritz.

Für Menschen seien Gebäudeschäden anhand solcher Aufnahmen viel besser zu erkennen, als für Computer-Algorithmen, erklären die Forscher. Je genauer die Schäden bekannt seien, desto gezielter und effektiver könne die Hilfe erfolgen. In den nächsten Wochen soll die App mit Satellitenbildern vor und nach dem Hurrikan "Matthew" von der Öffentlichkeit getestet werden. Der Wirbelsturm zerstörte 2016 im Karibikstaat Haiti 200.000 Unterkünfte und forderte 1000 Todesopfer.

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