Trockenheit in OÖ

40 Orte schlagen wegen Wasserknappheit Alarm

Oberösterreich
30.07.2026 15:34
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Wir stecken mitten in der Hitzewelle und die verschlimmert die Trockenheit in Oberösterreich täglich. Und in vielen Gemeinden Oberösterreichs wird's schon eng. 90 Prozent der Grundwasserpegel sind zu niedrig. In 40 Orten gibt's schon Versorgungsengpässe, es müssen neue Quellen in Betrieb genommen werden, auch die Feuerwehr liefert schon, weil Hochbehälter leer bleiben.

Die anhaltende Trockenheit führt in immer mehr Ortschaften in Oberösterreich zu Wasserknappheit. „Bei der Trinkwasseraufsicht des Landes gehen laufend Meldungen über sinkende Wasserstände, versiegende Brunnen und notwendige Notversorgungen ein“, berichtete Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne). Er appelliert an die Bevölkerung, sorgsam mit Wasser umzugehen: Ein grüner Rasen sei zweitrangig, jetzt einen Pool zu befüllen, ein „absolutes No-Go“.

Regen fehlt und ist nicht in Sicht
Rund 30 Prozent der Grundwassermessstellen im Bundesland weisen bereits sehr niedrige, weitere 60 Prozent niedrige Wasserstände auf, rechnete Kaineder vor. Zurückzuführen sei das auf die geringere Grundwasserneubildung der vergangenen Monate. Im Juli fielen in Oberösterreich bisher 38 Millimeter Niederschlag, normal wären 129 Millimeter. Betrachte man das gesamte bisherige Jahr, wurden bisher nur 381 statt der durchschnittlichen 624 Millimeter (61 Prozent) verzeichnet. In der kommenden Woche ist – bis auf Gewitter – kein nennenswerter Niederschlag in Sicht.

Feuerwehr muss notfalls aushelfen
In einer Ortschaft im Bezirk Rohrbach würden derzeit vier Quellen so wenig Wasser liefern, dass sich der Hochbehälter auch in der Nacht nicht mehr vollständig füllt. Rund 100 Menschen seien betroffen, hieß es in der Aussendung, eventuell müsse die Feuerwehr Wasser anliefern. In einer weiteren Mühlviertler Gemeinde im Bezirk Perg seien 550 Bewohner von Wasserknappheit betroffen.

9000 Liter Pro Tag fehlen
In einer Kommune im Bezirk Kirchdorf wurde für 45 Personen eine zusätzliche Quelle als Notversorgung in Betrieb genommen. Einer Ortschaft im Stodertal fehlen derzeit rund 9000 Liter Wasser pro Tag. Für die 85 Betroffenen wird eine Versorgung mit Tankfahrzeugen vorbereitet. Die Stadt Grieskirchen hat eine Wassersparverordnung erlassen, auch aus den Bezirken Wels-Land und Vöcklabruck sowie aus dem Innviertel und dem Salzkammergut werden fast trockene Brunnen, stark rückläufige Quellen und erste Versorgungsengpässe gemeldet.

Gemeinden sollen zweite Standbeine schaffen
Kaineder appellierte an Gemeinden und Wasserversorger, ihre Notfallpläne zu prüfen und bei Wassermangel zusätzliche Versorgungsschienen vorzubereiten. „Eine sichere Wasserversorgung braucht ein zweites Standbein. Notleitungen, vernetzte Wasserversorger und geschützte Quellen werden immer wichtiger“, betonte der Landesrat.

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