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24.03.2017 17:00

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Unsere Leser haben jede Woche die Möglichkeit, sich mit medizinischen Fragestellungen per E-Mail an die Gesundheitsredaktion der "Krone" zu wenden. Wir leiten die Anfragen an kompetente Fachleute aus allen Heilberufen zur Beantwortung weiter.

Sport nach Schlüsselbeinbruch
Günther F. (28): "Ich habe mir kürzlich beim Skifahren das Schlüsselbein gebrochen. Ich bekam einen Spezialverband, wurde aber nicht operiert, weil angeblich nichts verschoben ist. Derzeit habe ich noch Schmerzen. Wann darf ich wieder Sport betreiben?"

Schlüsselbeinbrüche zählen zu den häufigsten knöchernen Verletzungen. Sie können meistens einfach behandelt werden und heilen üblicherweise problemlos aus. Die typischen Anzeichen für einen Bruch dieses Knochens sind Schwellung und Schmerzen über dem Schlüsselbein, Bluterguss, Funktionseinschränkung (besonders das Heben des Armes ist schwierig), Reibegeräusche des gebrochenen Knochens und mitunter eine erkennbar Fehlstellung.

In fast allen Fällen (laut Statistik über 90%) versucht man, konservativ zu behandeln. Das heißt, ohne Operation. Aber auch bei gering verschobenen Brüchen wird probiert, einen chirurgischen Eingriff zu vermeiden. Allerdings kommt es dann gehäuft zu sogenannten Falschgelenksbildungen, die zu bleibenden Schmerzen führen können.

Grundsätzlich werden die Patienten mit einem "Rucksackverband" versorgt, der am Rücken verknotet wird. Das Zurückziehen der Schultern richtet den Schlüsselbeinbruch ein und hält ihn. Die Ruhigstellung bringt neben der Schmerzlinderung auch raschere Heilung mit sich. Da sich dieser Spezialverband immer wieder lockert, ist ein regelmäßiges Nachziehen der Gurte erforderlich. Allerdings nicht zu fest, da sonst ein Rückstau in den Venen mit Gefühls- und Bewegungsstörungen in den Armen entstehen kann.

Erwachsene tragen den Verband je nach Bruchart mindestens 3 bis 4 Wochen. Sinnvoll sind Verlaufskontrollen mittels Röntgen. Während dieser Zeit sollten die Patienten aktiv Fingerbewegungen machen, In den ersten drei Wochen darf der Arm nicht über 90 Grad angehoben werden. Begleitend kann mit Medikamenten gegen Schmerzen behandelt werden.

Der Schlüsselbeinbruch sollte nach 6 bis 8 Wochen so verheilt sein, dass man wieder vorsichtig Sport betreiben kann. Allerdings am besten nur solchen ohne Körperkontakt. Dieser ist erst nach rund einem halben Jahr empfehlenswert.

Prim. Univ.-Doz. Dr. Thomas Müllner

Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie, Facharzt für Unfallchirurgie Wien/Tulln (NÖ) und Vorstand der Abteilungen für Orthopädie und Traumatologie am EKH Wien
Informationen:www.myshoulder.at, www.knieweh.at

Zu hohes Cholesterin
Herta K. (75): "Ich nehme seit langem wegen meines hohen Cholesterinspiegels abends täglich eine halbe Tablette Simvastatin 40mg. Wegen Nebenwirkungen wie starkem Haarausfall habe ich das Präparat für drei Monate weggelassen. Prompt ist der Cholesterinwert wieder auf mehr als 300 mg/dl in die Höhe geschnellt. Können pflanzliche Präparate für mich eine sinnvolle Alternative sein?"

Leider nicht wirklich. Mittel, die natürliche Statine enthalten, haben zwar tatsächlich weniger Nebenwirkungen. Das aber nur, weil sie auch schwächer wirken. Der vom Arzt angestrebte Zielwert wird damit sicher nicht erreicht. Mein Rat: In Absprache mit dem behandelnden Arzt andere, neuere Medikamente derselben Stoffgruppe probieren. Es besteht die Möglichkeit, dass die Nebenwirkungen geringer sind.

Die derzeit beste und nebenwirkungsärmste Lösung wäre ein ganz neues Medikament, das aber leider sehr teuer ist und von den Kassen nicht erstattet wird. Es sei denn, man hat bereits einen Herzinfarkt durchgemacht, was hier hoffentlich nicht der Fall ist.

Univ.-Prof. Prim. Dr. Friedrich Hoppichler

Internist, Ärztlicher Leiter des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Salzburg und Vorstand von SIPCAN - Initiative für ein gesundes Leben
Informationen: 0662/8088-8442, www.barmherzige-brueder.at

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