Wenn es nach dem überarbeiteten Programm der Bundesregierung geht, soll die nächste Mobilfunkgeneration 5G innerhalb der nächsten drei Jahre in jeder Landeshauptstadt verfügbar sein. Für Telekom-Austria-Finanzchef Siegfried Mayrhofer sind aktuell allerdings noch viele Fragen offen. In einer Pressekonferenz am Dienstag meldete er Zweifel an einer kommerziellen Nutzung der Technologie bis 2020 an.
Derzeit seien die technischen Details des neuen Standards noch nicht fixiert, erinnerte Mayrhofer. Es gebe noch zwei Strömungen: Die einen wollen vor allem große Datenmenge schnell übertragen, die anderen setzen auf besonders rasche Reaktionszeiten - die etwa für autonomes Fahren wünschenswert wären. Am Ende werde es ein Kompromiss zwischen den beiden Eigenschaften sein. Wann die Details fixiert werden, ist noch offen.
Für Anbieter wie die Telekom Austria seien danach aber noch viele Fragen offen, etwa was die Frequenzen kosten und wie viele Sendemasten nötig sein werden. 5G braucht grundsätzlich mehr Basisstationen - Schätzungen gehen davon aus, dass es vier Mal so viele sein werden wie jetzt für 4G (LTE).
Hohe Kosten und viel Bürokratie
Die zu bauen heiße nicht nur hohe Kosten, sondern auch sehr viel Bürokratie bei der Genehmigung. Außerdem mache der Ausbau wenig Sinn, wenn die Basisstationen nicht mit Glasfasernetzen angebunden werden. Die beiden Ausbaupläne seien miteinander verschränkt, sagte Mayrhofer.
Laut Aktionsplan der EU vom 14. September 2016 soll es heuer erste Vorversuche für die Einführung von 5G geben. Auch die Telekom Austria experimentiert bereits mit "Vor-Industrie-Standards". Erste 5G-Pilot-Netze sind für Ende 2018 geplant. Kommerzielle 5G-Dienste sollen spätestens Ende 2020 verfügbar sein. Bis 2025 ist die Versorgung aller größeren Städte und Transportwege ins Auge gefasst.
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