Lange Haftstrafen

Kerzen und Spielzeug voller Drogen geschmuggelt

Gericht
23.04.2026 14:10

Aus Europa verschickten Schmuggler Drogen in die ganze Welt – getarnt als Kerzen, Spielzeug oder Schokoladentafeln. Mittendrin ein Wiener Juwelier, der Schulden wegen einer Uhr bei den Suchtgiftbossen abarbeiten musste. Im Landesgericht wurden drei Männer zu Haftstrafen verurteilt.

Eines muss man den Drogenschmugglern lassen: Sie waren wirklich einfallsreich. Kiloweise Suchtgift versteckte die kriminelle Vereinigung in Kerzen, Jonglierbällen oder pressten es in Schokoladenform – so wurde Ketamin, Kokain, Ecstasy und mehr in die ganze Welt geschickt. Nach Australien, Neuseeland, USA und sogar nach Mexiko.

Wiener Juwelier Teil von Drogenbande
Als Drehscheibe fungierte quasi ganz Europa – auch Wien. Im Landesgericht sitzen jetzt drei Mitglieder der Drogenbande, die ihren Ursprung in den Niederlanden hat. Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Männern – zwei Holländern und einem Wiener Juwelier – Drogenschmuggel im ganz großen Stil vor.

Möchtegern-Superman gab Anweisungen
Die führende Rolle soll ein 35-Jähriger gespielt haben, er gab seinem 26-jährigen Landsmann übers Handy Anweisungen unter dem Decknamen „Clark Kent“. Der Möchtegern-Superman, der eigentlich als Veranstalter und DJ in den Niederlanden arbeitete, wollte so seine hohen Schulden durch Studiengebühren bezahlen – immerhin 100.000 Euro. Das war auch der Grund, warum der jüngere Niederländer die Koffer, die ihm übergeben wurden, von einem Ort zum nächsten brachte. Der Mandant von Anwalt Sascha Flatz schuldet der Universität 70.000 Euro. Pro Koffer kassierte er 1000 Euro. 

Drogenschmuggler wurden kreativ.
Drogenschmuggler wurden kreativ.(Bild: zVg)
(Bild: APA/LPD NÖ/LKA, Krone KREATIV)
(Bild: zVg)

Anders ist es bei dem Wiener Juwelier. Seine Verteidiger Philipp Wolm und Florian Kreiner erklären: Der Selbstständige nahm eine sehr teure Uhr auf Kommission entgegen – und die ging verloren. Weil er das kostbare Stück von jemandem erhalten hatte, „mit dem man es sich lieber nicht verscherzt“, wie Anwalt Kreiner es formuliert, musste er sie ihm abkaufen. Oder besser gesagt arbeiten. Also wurde auch der 39-Jährige zum Drogenschmuggler. 

„Wusste nicht, dass es Ketamin ist“
Der einzige Streitpunkt: Von dem Kokain hätten die Niederländer und der Juwelier nichts gewusst. Sie seien davon ausgegangen, dass in dem Spielzeug, den Kerzen und den Schokoladentafeln lediglich Ketamin versteckt ist. Was den Strafrahmen reduzieren würde, da es sich rechtlich nicht um Suchtgift handelt, sondern ein Narkotikum. „Ich war niemals darüber informiert, dass es nicht nur Ketamin war“, sagt etwa der 26-Jährige.

Das glaubt der Schöffensenat im Wiener Landl aber nicht. Die drei Männer fassen Haftstrafen aus: Fünf beziehungsweise vier Jahre Gefängnis für die zwei Niederländer und zweieinhalb Jahre für den Wiener. Die Urteile sind bereits rechtskräftig.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt