Sa, 18. August 2018

Zu kompliziert

18.01.2017 11:26

Japan standardisiert Bedienung seiner Hightech-WCs

Wenn es um Toiletten geht, ist wohl kein Land fortschrittlicher als Japan. Firmen wie Toto, Panasonic oder Toshiba stellen stille Örtchen her, die eine weit größere Funktionsvielfalt bieten als WCs außerhalb Nippons. Doch die Bedienung japanischer Hightech-Toiletten hat für Touristen ihre Tücken. Rechtzeitig vor den Olympischen Spielen 2020 in Tokio hat Japans Toilettenindustrie sich deshalb auf einheitliche Bedienstandards geeinigt.

Spülen, Bidet-Funktion, motorisierte Deckel, Trocknungs-Föhn, teilweise sogar Duftzerstäuber und Bluetooth-Audio: Es gibt wohl kaum einen Wunsch an eine Toilette, der von Japans Hightech-Toilettenherstellern nicht erfüllt würde.

Funktionsvielfalt überfordert viele Touristen
Doch je mehr Funktionen ein Gerät hat, umso tückischer wird seine Bedienung. Ein Problem, das laut einem Bericht des IT-Portals "The Verge" insbesondere Touristen betrifft, die Japan bereisen. Wer aus seiner Heimat keine Hightech-Toiletten kennt, ist durch die vielen Knöpfe auf den futuristischen Örtchen Japans schnell überfordert.

Um dieses Problem zu lösen, hat sich der Branchenverband Japan Sanitary Equipment Industry Association auf einheitliche Bedien-Icons für WCs geeinigt. Der Verband hofft sogar, dass die Symbole auch international Standard werden könnten - wenngleich es wenige Länder gibt, in denen es zur Bedienung eines WCs acht verschiedene Buttons braucht.

Die Bedeutung der Symbole von links nach rechts: Deckel öffnen, Sitz hochklappen, groß spülen, klein spülen, Wasser sprayen, Bidet-Funktion, Trocknung und Stopp.

Auch Tempel-Beschilderungen werden geändert
Die Vereinheitlichung der WC-Bedienung ist Teil der japanischen Bemühungen, rechtzeitig für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio ein möglichst einladender Ort für Touristen zu werden. Zu diesen Bemühungen zählt neben der Vereinheitlichung der WC-Bedienung etwa auch die Modifizierung von Touristenkarten.

Das japanische Zeichen für einen buddhistischen Tempel - eine Swastika, im Buddhismus auch heute noch als Glückssymbol genutzt - erinnert westliche Touristen beispielsweise oft an die Hakenkreuzfahnen der Nazis. Deshalb ersetzt Japan es auf Touristenkarten nun durch ein Pagoden-Symbol.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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