12.01.2016 11:17 |

Bei Hoverboard & Co.

Neue Technologie soll Akku-Explosionen verhindern

Explodierende Smartphones, in Flammen aufgehende "Hoverboards": Überhitzende Lithium-Ionen-Akkus haben in den letzten Jahren und Monaten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Forscher der Universität Stanford in Kalifornien wollen dem Problem mit einer neuen Idee nun ein für alle Mal Herr werden.

Es ist erst wenige Tage her, dass ein Fall aus Australien für Aufsehen sorgte, bei dem ein beim Aufladen in Flammen aufgegangenes "Hoverboard" zur Zerstörung eines Einfamilienhauses geführt hat.

Ähnliche Fälle aus England in den Wochen zuvor und die Entscheidung des Online-Händlers Amazon, den Verkauf der selbstbalancierenden E-Scooter zu stoppen, zeigen: Überhitzende Akkus sind zwar eine seltene Erscheinung, aber auch eine reale Gefahr.

Hightech-Folie als "Schutzschalter"
Forscher der Universität Stanford haben jetzt einen Lithium-Akku entwickelt, bei dem Brände der Vergangenheit angehören sollen. Der Trick: Eine dünne Polyethylenfolie, auf der sich Nanopartikel befinden, leitet bei Überhitzungsgefahr eine Art Notabschaltung des Akkus ein und macht ihn erst wieder nutzbar, wenn er sich so weit abgekühlt hat, dass er wieder gefahrlos Strom liefern kann.

Auf der Folie werden Nickelpartikel und das Hightech-Material Graphen aufgebracht, berichtet das IT-Portal "CNET". Forscher Zheng Chen: "Um Elektrizität zu leiten, müssen sich die stacheligen Partikel berühren. Aber durch die thermische Ausdehnung streckt sich das Polyethylen. Das bringt die Partikel dazu, sich auseinander zu bewegen, wodurch die Folie nicht länger leitet und die Elektrizität nicht mehr durch den Akku fließen kann."

Abschalt-Temperatur anpassbar
Es handelt sich also im Prinzip um eine Art Notabschaltungssystem. Überhitzt der Akku, wird er so lange unbenutzbar, bis die Temperatur wieder so weit gesunken ist, dass die Folie wieder leitet. Dabei sei es möglich, die Folie so zu gestalten, dass sie sich bei ganz bestimmten Temperaturen - etwa 50 oder hundert Grad - so weit ausdehnt, dass sie zur Abschaltung des Akkus führt.

Noch ist die Akku-Sicherheitstechnologie der Stanford-Forscher nicht reif für den Massenmarkt, wann erste Akkus mit der Nickel-Graphen-Sicherung auf den Markt kommen und was sie dann kosten werden, ist noch unbekannt.

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