Direkt von der Messe

Die Highlights der IAA 2015 in Frankfurt

Motor
16.09.2015 11:59
Evolution statt Revolution: Auf der IAA (17. bis 27. September) stehen wichtige Neuauflagen bekannter Bestseller im Mittelpunkt. Interessante Visionen und große technische Innovationen zeigen sich aber zumindest am Horizont. Einiges lässt auch den Puls schneller schlagen. Damit sind nicht nur, aber auch die gutaussehenden Damen gemeint, die an manchen Ständen die Autos flankieren und in Szene setzen. krone.at berichtet direkt von der Messe - Fortsetzung folgt!

Viele von den Modellen, die gerade auf der IAA Enthüllung feiern, werden in den nächsten Monaten zehntausendfach die Straßen bevölkern. Allen voran der Opel Astra. Der Neue gibt sich alle Mühe, die Schwächen des oft kritisierten Vorgängers auszubügeln: Mehr Platz, weniger Gewicht und ein sportlicher Auftritt sollen ihm beim Rütteln am Thron des VW Golf helfen. In der Anmutung gibt es aber noch Potential nach oben.

Opel bemüht sich, mit dem neuen Astra einen auf Oberklasse zu machen.
Opel bemüht sich, mit dem neuen Astra einen auf Oberklasse zu machen.(Bild: Stephan Schätzl)
Der neue Renault Megane will den VW Golf angreifen, ist auf der Rückbank aber zu eng.
Der neue Renault Megane will den VW Golf angreifen, ist auf der Rückbank aber zu eng.(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
Mercedes zeigt eine Studie, die einen groben Ausblick auf künftige Limousinen bieten soll.
Mercedes zeigt eine Studie, die einen groben Ausblick auf künftige Limousinen bieten soll.(Bild: Stephan Schätzl)
Die Besonderheit sind Karosserieteile, die sich je nach Aerodynamik-Bedürfnissen bewegen können.
Die Besonderheit sind Karosserieteile, die sich je nach Aerodynamik-Bedürfnissen bewegen können.(Bild: Stephan Schätzl)
Der wird einschlagen: Jaguar F-Pace.
Der wird einschlagen: Jaguar F-Pace.(Bild: Stephan Schätzl)
Skoda kann Rallye.
Skoda kann Rallye.(Bild: Stephan Schätzl)
Brabus hat den AMG GT auf 600 PS frisiert und auch optisch aufgemotzt.
Brabus hat den AMG GT auf 600 PS frisiert und auch optisch aufgemotzt.(Bild: Stephan Schätzl)
Nissan Gripz: Die Studie verweist auf den Nachfolger des Juke.
Nissan Gripz: Die Studie verweist auf den Nachfolger des Juke.(Bild: Stephan Schätzl)
Der neue DS4 ist jetzt kein Citroen mehr. Schaut sehr elegant aus, vor allem ...
Der neue DS4 ist jetzt kein Citroen mehr. Schaut sehr elegant aus, vor allem ...(Bild: Stephan Schätzl)
... ist er ein echter Innenraum-König.
... ist er ein echter Innenraum-König.(Bild: Stephan Schätzl)
Auch eine Version mit Offroad-Attitüde ist jetzt zu haben.
Auch eine Version mit Offroad-Attitüde ist jetzt zu haben.(Bild: Stephan Schätzl)
Citroens neuer Mehari, der Cactus M, hat ein Zeltdach.
Citroens neuer Mehari, der Cactus M, hat ein Zeltdach.(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
So stellt sich Citroen ein SUV vor. Leider nur eine Studie.
So stellt sich Citroen ein SUV vor. Leider nur eine Studie.(Bild: Stephan Schätzl)
BMWs Lichtgestalt: Der neue 7er
BMWs Lichtgestalt: Der neue 7er(Bild: Stephan Schätzl)
Im März kommt der BMW 2er Active Tourer als Plug-in-Hybrid: 225xe mit 224 PS Systemleistung
Im März kommt der BMW 2er Active Tourer als Plug-in-Hybrid: 225xe mit 224 PS Systemleistung(Bild: Stephan Schätzl)

Ebenfalls einen großen Sprung nach vorne hatte der Renault Mégane nötig, der nun vor allem mit mehr optischer Präsenz und aufgewertetem Innenraum an alte Erfolge anknüpfen will. Schließlich war der Franzose Anfang des Jahrtausends zumindest kurz einmal das erfolgreichste Auto Europas. Vielleicht hätten die Franzosen ein bisschen mehr Platz auf der Rückbank schaffen sollen.

Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann präsentiert stolz den Huracan Spyder
Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann präsentiert stolz den Huracan Spyder(Bild: APA/EPA/Uli Deck)
Bei Lamborghini werden die starken Autos traditionell von schönen Damen enthüllt.
Bei Lamborghini werden die starken Autos traditionell von schönen Damen enthüllt.(Bild: APA/EPA/Uli Deck)
(Bild: APA/EPA/Boris Roessler)
Daimler-Chef Zetsche und das Concept IAA, "Formwandler-Limousine" mit veränderlicher Karosserie
Daimler-Chef Zetsche und das Concept IAA, "Formwandler-Limousine" mit veränderlicher Karosserie(Bild: AP)
(Bild: AP)
"SUSI & James" zeigt ein Holz-Auto: "Wood Roadster Julia"
"SUSI & James" zeigt ein Holz-Auto: "Wood Roadster Julia"(Bild: APA/EPA/Fredrik von Onerichsen)
Erstmals zeigt die wiederauflebende Traditionsmarke Borgward ein neues Fahrzeug.
Erstmals zeigt die wiederauflebende Traditionsmarke Borgward ein neues Fahrzeug.(Bild: APA/EPA/Boris Roessler)
Der BX-7 wird in China gebaut. Das Design erinnert deutlich an Konkurrenzfahrzeuge.
Der BX-7 wird in China gebaut. Das Design erinnert deutlich an Konkurrenzfahrzeuge.(Bild: APA/EPA/Boris Roessler)
(Bild: APA/EPA/Boris Roessler)
(Bild: AP)
(Bild: AP)
(Bild: APA/EPA/Uwe Zucchi)
(Bild: APA/EPA/Boris Roessler)
(Bild: APA/EPA/Boris Roessler)
(Bild: APA/EPA/Uli Deck)
Audi S4
Audi S4(Bild: APA/EPA/Frank Rumpenhorst)
Porsche Mission E
Porsche Mission E(Bild: APA/EPA/Frank Rumpenhorst)

Kein Problem mit dem Kundenzuspruch hatte hingegen zuletzt der VW Tiguan – trotz seines mittlerweile fortgeschrittenen Alters. Für die zweite Auflage hat VW seinem Kompakt-SUV nun eine schnittigere Karosserie verpasst und außerdem die Architektur auf den neuen modularen Baukasten umgestellt, der auch schon Golf und Passat leichter und geräumiger gemacht hat.

Toyotas neuer Prius: Hybrid, aber ohne Steckdose. Wozu, Toyota?
Toyotas neuer Prius: Hybrid, aber ohne Steckdose. Wozu, Toyota?(Bild: Stephan Schätzl)
Toyota sollte lieber so etwas bauen.
Toyota sollte lieber so etwas bauen.(Bild: Stephan Schätzl)
Mazda zeigt eine Art Coupé-Version des CX-5. Zukunft möglich, aber ungewiss.
Mazda zeigt eine Art Coupé-Version des CX-5. Zukunft möglich, aber ungewiss.(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
Die coolste Sitzposition seit Erfindung des fliegenden Teppichs: Honda Project 2&4 mit ...
Die coolste Sitzposition seit Erfindung des fliegenden Teppichs: Honda Project 2&4 mit MotoGP-Motor(Bild: Stephan Schätzl)
Kia zeigt den Sportage GT-Line
Kia zeigt den Sportage GT-Line(Bild: Stephan Schätzl)
Ach ja, Ssangyong.
Ach ja, Ssangyong.(Bild: Stephan Schätzl)
Ford Edge
Ford Edge(Bild: Stephan Schätzl)
Mini Clubman mit recht auffälligem Heck
Mini Clubman mit recht auffälligem Heck(Bild: Stephan Schätzl)
smart fortwo Cabrio
smart fortwo Cabrio(Bild: Stephan Schätzl)
Infiniti will mit dem Q30 einen Premium-Kompakten anbieten. Er wirkt aber eher wie ein cooler ...
Infiniti will mit dem Q30 einen Premium-Kompakten anbieten. Er wirkt aber eher wie ein cooler Mazda.(Bild: Stephan Schätzl)
Hyundai springt auf den Cross-Zug auf, bringt den i20 Active. 20 mm höhergesetzt, eigener ...
Hyundai springt auf den Cross-Zug auf, bringt den i20 Active. 20 mm höhergesetzt, eigener Auftritt(Bild: Stephan Schätzl)
Hyundai will "N" als Marke einführen, äquivalent zu "M" bei BMW. Noch gibt es nichts Konkretes.
Hyundai will "N" als Marke einführen, äquivalent zu "M" bei BMW. Noch gibt es nichts Konkretes.(Bild: Stephan Schätzl)
Renault Talisman Grandtour
Renault Talisman Grandtour(Bild: Stephan Schätzl)
BMWs Angebot für den Kundensport: M6 GT3
BMWs Angebot für den Kundensport: M6 GT3(Bild: Stephan Schätzl)
Nein, der Rolls-Royce Dawn wird nicht in einer neuen Staffel von "Heroes" auftreten.
Nein, der Rolls-Royce Dawn wird nicht in einer neuen Staffel von "Heroes" auftreten.(Bild: Stephan Schätzl)
Alfa Romeo hat einige Ausgaben der Giulia zur IAA gebracht, aber nur QVs, keine Standard-Giulia.
Alfa Romeo hat einige Ausgaben der Giulia zur IAA gebracht, aber nur QVs, keine Standard-Giulia.(Bild: Stephan Schätzl)
Ferraris Neuer ist der 488 Spider.
Ferraris Neuer ist der 488 Spider.(Bild: Stephan Schätzl)

Für die Hersteller sind ihre Bestseller-Modelle wichtig – vor allem, um den Status Quo auf einem Markt zu sichern, der in den kommenden Monaten global wohl eher stagnieren wird. Viel Wachstum werden Astra und Co. oder auch andere Neuauflagen bekannter Modelle wie Audi A4, Kia Sportage oder BMW X1 nicht generieren. Andere Debütanten dürften aber durchaus zu Stückzahl-Beschleunigern werden. Allen voran der Jaguar F-Pace, das erste SUV der britischen Sportwagen- und Limousinen-Spezialisten. Starke Motoren, Alu-Leichtbau und ein schnittiges Design sollen vor allem dynamische Crossover wie den Porsche Macan angreifen – und die kernigeren Offroad-Modelle der Konzernschwester Land Rover schonen.

Ähnlich große Hoffnungen setzt Alfa Romeo in die neue, besonders rassig gezeichnete Giulia, die bei den Italienern die lange Jahre schmerzhaft klaffende Lücke in der Mittelklasse schließt. Außerdem bewegt sich die Fiat-Tochter somit langsam wieder in Richtung zum Vollsortimenter, hat demnächst immerhin vier verschiedene Modelle im Angebot. Über einen derartigen Mangel an Auswahl kann man sich bei Mercedes auf keinen Fall beklagen, trotzdem gibt es nun erstmals auch eine Cabrioversion der S-Klasse – und damit das wohl ultimative Luxusmodell der Marke mit dem Stern.

Wer auf der IAA nicht nur nach frischen Autos, sondern nach Antriebsinnovationen sucht, hat es nicht ganz leicht. Zwar feiert mit dem Toyota Prius die neueste Auflage des Hybridpioniers Premiere, doch scheint die Technik mittlerweile ausgereizt. Der Spritsparfortschritt der vierten Generation ist nur noch gering, der Plug-in-Hybrid kommt erst später. Dafür versprechen die Japaner aber, dass das Fahren mit den beiden Motoren künftig richtig Spaß machen soll – einer neuen Plattform sei Dank.

Bei den deutschen Herstellern feiert das Thema Elektromobilität Renaissance – allerdings eher am Horizont. Zudem lassen Studien wie Audis E-SUV e-tron quattro concept und Porsches Elektrolimousine Mission E vermuten, dass der E-Antrieb künftig eher in der Luxusklasse als im Alltagsauto anzutreffen sein wird. Dort nämlich wildert aktuell noch Tesla das angestammten Revier der deutschen Premiummarken leer und jagt mit dem Model S etablierten Größen wie Audi A8 und Porsche Panamera die zahlungskräftige Kundschaft ab. Das Problem: Die Serienmodelle der Deutschen kommen wohl frühestens gegen Ende des Jahrzehnts auf den Markt. Allerdings hat VW-Chef Winterkorn ein klares Bekenntnis zum E-Antrieb in allen Baureihen ausgesprochen.

Wo die Konkurrenz aus dem VW-Konzern mit ihren Studie eher reagiert, setzt Mercedes mit dem IAA Concept eigene Akzente. Die Stuttgarter haben sich des zuletzt bei allen Sparbemühungen unterschätzen Themas Aerodynamik angenommen und eine superwindschnittige Limousine mit adaptiver Karosserie entwickelt. Als Clou fahren außerorts am Heck Luftleitbleche aus, die das Profil des Autos strömungsgünstig strecken.

Innovationen?
Die wahren Innovationen sollen sich jedoch im neuen Ausstellungsbereich "New Mobility World" finden, wo der Messerveranstalter VDA (noch) branchenfremde Unternehmen aus dem IT- und Softwarebereich versammelt. Zum Publikumsmagneten dürfte die immerhin zentral am Hauptplatz gelegene Halle jedoch nicht werden. Recht wenig greifbar bleiben auch hier Themen wie Verkehrssteuerung, E-Auto-Lademanagement und autonomes Fahren. Neben dem ökologisch angehauchten Fahrradverleihsystem finden sich auf 30.000 Quadratmetern bunt zusammengewürfelt Uni-Think-Tanks, Software-Startups und Elektroautohersteller. Zwar sind auch durchaus Branchengrößen wie die Telekom, Siemens oder Samsung vertreten, die großen Herausforderer der Zukunft - Apple, Google und Microsoft mit ihren Konzepten des selbstfahrenden Autos - hingegen fehlen oder sind zumindest nicht mit einem eigenen Stand vertreten. Gerade der vorgebliche Megatrend der Zukunft ist auf der IAA bislang nur am Rande wahrzunehmen. Die Autohersteller dürfte das nicht stören: Ihre Messeneuheiten kommen großteils noch ohne Autonomie-Innovationen daher – und dürften wohl trotzdem zumindest den Status Quo sichern.

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