Mo, 20. August 2018

Direkt von der Messe

16.09.2015 11:59

Die Highlights der IAA 2015 in Frankfurt

Evolution statt Revolution: Auf der IAA (17. bis 27. September) stehen wichtige Neuauflagen bekannter Bestseller im Mittelpunkt. Interessante Visionen und große technische Innovationen zeigen sich aber zumindest am Horizont. Einiges lässt auch den Puls schneller schlagen. Damit sind nicht nur, aber auch die gutaussehenden Damen gemeint, die an manchen Ständen die Autos flankieren und in Szene setzen. krone.at berichtet direkt von der Messe - Fortsetzung folgt!

Viele von den Modellen, die gerade auf der IAA Enthüllung feiern, werden in den nächsten Monaten zehntausendfach die Straßen bevölkern. Allen voran der Opel Astra. Der Neue gibt sich alle Mühe, die Schwächen des oft kritisierten Vorgängers auszubügeln: Mehr Platz, weniger Gewicht und ein sportlicher Auftritt sollen ihm beim Rütteln am Thron des VW Golf helfen. In der Anmutung gibt es aber noch Potential nach oben.

Ebenfalls einen großen Sprung nach vorne hatte der Renault Mégane nötig, der nun vor allem mit mehr optischer Präsenz und aufgewertetem Innenraum an alte Erfolge anknüpfen will. Schließlich war der Franzose Anfang des Jahrtausends zumindest kurz einmal das erfolgreichste Auto Europas. Vielleicht hätten die Franzosen ein bisschen mehr Platz auf der Rückbank schaffen sollen.

Kein Problem mit dem Kundenzuspruch hatte hingegen zuletzt der VW Tiguan – trotz seines mittlerweile fortgeschrittenen Alters. Für die zweite Auflage hat VW seinem Kompakt-SUV nun eine schnittigere Karosserie verpasst und außerdem die Architektur auf den neuen modularen Baukasten umgestellt, der auch schon Golf und Passat leichter und geräumiger gemacht hat.

Für die Hersteller sind ihre Bestseller-Modelle wichtig – vor allem, um den Status Quo auf einem Markt zu sichern, der in den kommenden Monaten global wohl eher stagnieren wird. Viel Wachstum werden Astra und Co. oder auch andere Neuauflagen bekannter Modelle wie Audi A4, Kia Sportage oder BMW X1 nicht generieren. Andere Debütanten dürften aber durchaus zu Stückzahl-Beschleunigern werden. Allen voran der Jaguar F-Pace, das erste SUV der britischen Sportwagen- und Limousinen-Spezialisten. Starke Motoren, Alu-Leichtbau und ein schnittiges Design sollen vor allem dynamische Crossover wie den Porsche Macan angreifen – und die kernigeren Offroad-Modelle der Konzernschwester Land Rover schonen.

Ähnlich große Hoffnungen setzt Alfa Romeo in die neue, besonders rassig gezeichnete Giulia, die bei den Italienern die lange Jahre schmerzhaft klaffende Lücke in der Mittelklasse schließt. Außerdem bewegt sich die Fiat-Tochter somit langsam wieder in Richtung zum Vollsortimenter, hat demnächst immerhin vier verschiedene Modelle im Angebot. Über einen derartigen Mangel an Auswahl kann man sich bei Mercedes auf keinen Fall beklagen, trotzdem gibt es nun erstmals auch eine Cabrioversion der S-Klasse – und damit das wohl ultimative Luxusmodell der Marke mit dem Stern.

Wer auf der IAA nicht nur nach frischen Autos, sondern nach Antriebsinnovationen sucht, hat es nicht ganz leicht. Zwar feiert mit dem Toyota Prius die neueste Auflage des Hybridpioniers Premiere, doch scheint die Technik mittlerweile ausgereizt. Der Spritsparfortschritt der vierten Generation ist nur noch gering, der Plug-in-Hybrid kommt erst später. Dafür versprechen die Japaner aber, dass das Fahren mit den beiden Motoren künftig richtig Spaß machen soll – einer neuen Plattform sei Dank.

Bei den deutschen Herstellern feiert das Thema Elektromobilität Renaissance – allerdings eher am Horizont. Zudem lassen Studien wie Audis E-SUV e-tron quattro concept und Porsches Elektrolimousine Mission E vermuten, dass der E-Antrieb künftig eher in der Luxusklasse als im Alltagsauto anzutreffen sein wird. Dort nämlich wildert aktuell noch Tesla das angestammten Revier der deutschen Premiummarken leer und jagt mit dem Model S etablierten Größen wie Audi A8 und Porsche Panamera die zahlungskräftige Kundschaft ab. Das Problem: Die Serienmodelle der Deutschen kommen wohl frühestens gegen Ende des Jahrzehnts auf den Markt. Allerdings hat VW-Chef Winterkorn ein klares Bekenntnis zum E-Antrieb in allen Baureihen ausgesprochen.

Wo die Konkurrenz aus dem VW-Konzern mit ihren Studie eher reagiert, setzt Mercedes mit dem IAA Concept eigene Akzente. Die Stuttgarter haben sich des zuletzt bei allen Sparbemühungen unterschätzen Themas Aerodynamik angenommen und eine superwindschnittige Limousine mit adaptiver Karosserie entwickelt. Als Clou fahren außerorts am Heck Luftleitbleche aus, die das Profil des Autos strömungsgünstig strecken.

Innovationen?
Die wahren Innovationen sollen sich jedoch im neuen Ausstellungsbereich "New Mobility World" finden, wo der Messerveranstalter VDA (noch) branchenfremde Unternehmen aus dem IT- und Softwarebereich versammelt. Zum Publikumsmagneten dürfte die immerhin zentral am Hauptplatz gelegene Halle jedoch nicht werden. Recht wenig greifbar bleiben auch hier Themen wie Verkehrssteuerung, E-Auto-Lademanagement und autonomes Fahren. Neben dem ökologisch angehauchten Fahrradverleihsystem finden sich auf 30.000 Quadratmetern bunt zusammengewürfelt Uni-Think-Tanks, Software-Startups und Elektroautohersteller. Zwar sind auch durchaus Branchengrößen wie die Telekom, Siemens oder Samsung vertreten, die großen Herausforderer der Zukunft - Apple, Google und Microsoft mit ihren Konzepten des selbstfahrenden Autos - hingegen fehlen oder sind zumindest nicht mit einem eigenen Stand vertreten. Gerade der vorgebliche Megatrend der Zukunft ist auf der IAA bislang nur am Rande wahrzunehmen. Die Autohersteller dürfte das nicht stören: Ihre Messeneuheiten kommen großteils noch ohne Autonomie-Innovationen daher – und dürften wohl trotzdem zumindest den Status Quo sichern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.