Eine Kolumbianerin zockte im Frühjahr mit zwei Komplizen mit dem Ketchup-Trick einen 90-jährigen Salzburger ab. Im August 2026 wurde sie festgenommen. Sie gestand die Tat am Dienstag vor Gericht und hoffte auf ein mildes Urteil.
Sie sei unter Druck gewesen, ihrer Tochter in Kolumbien sei ins Knie geschossen worden, ihr Sohn werde vom Drogenkartell bedroht. „Ich schicke mein ganzes Geld nach Bogota zu meinen Kindern, um sie zu schützen.“ In Tränen aufgelöst entschuldigte sich am Dienstagvormittag eine 52-jährige Kolumbianerin mehrmals im Salzburger Landesgericht für einen dreisten Diebstahl.
Mit Ketchup angepatzt, dann Geld gestohlen
Wofür genau? Im April 2025 war sie Komplizin bei einem Trickdiebstahl in Salzburg. Gemeinsam mit zwei Männern hat sie einen 90-jährigen Salzburger in der Getreidegasse um 10.000 Euro erleichtert.
Wie? Einer der Täter spähte den Senior beim Geldabheben in einer Bank aus. Per Handy kam das Signal, ihn zu verfolgen und mit Ketchup anzupatzen. Bei seinem Wohnhaus angekommen, spielten die drei Ketchup-Kriminellen dem Greis Hilfsbereitschaft vor. Eiskalt flauchten sie ihm aber die 10.000 Euro.
Nach europaweiter Fahndung wurde die Kolumbianerin in Innsbruck gefasst. Seit ihrer Festnahme saß die Unbescholtene in U-Haft. Gut zwei Monate später gestand sie vor Gericht ihre Mithilfe, wollte der Richterin auch einreden, sie habe nicht gewusst, was die Männer abziehen. Von den 10.000 Euro Beute bekam sie nur 600 Euro ab – die sie auch nach Kolumbien schickte.
Verurteilte darf das Gefängnis jetzt verlassen
Die Unwissenheit kaufte ihr die Richterin nicht ab, rechnete ihr aber das Geständnis und Mithilfe zur Aufklärung an. Der Urteilsspruch: schuldig im Sinne der Anklage, zwölf Monate Strafe, zehn davon bedingt. Zwei Monate U-Haft werden angerechnet. Rechtskräftig! Somit darf die Kolumbianerin das Gefängnis verlassen. Die Komplizen wurden bereits vor Monaten rechtskräftig verurteilt.
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