Marktstudie zeigt:

Glasfaserausbau kommt nur langsam in die Gänge

Digital
04.11.2026 16:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Österreich hinkt in puncto Glasfaserausbau im europäischen Vergleich hinterher. Während Länder wie Rumänien, die Niederlande oder Spanien auf eine Abdeckung von 90 Prozent und mehr kommen, lag die Verfügbarkeit eines Glasfaseranschlusses in Gebäuden oder Wohnungen in Österreich Ende 2025 bei 46 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es jedoch nur 40 Prozent, teilte die Open Fiber Austria (OFAA) am Mittwoch mit. Für den weiteren Netzausbau bedürfe es aber weiterhin Förderungen.

Derzeit ist für rund 2,2 Millionen Haushalte und Unternehmen – und damit um 300.000 mehr als ein Jahr zuvor – ein Glasfaseranschluss bis in das Gebäude oder in die Wohnung verfügbar, genutzt wird er jedoch nur von 453.000. Wobei die Zahl der aktiven Anschlüsse innerhalb eines Jahres um 80.000 bzw. 21 Prozent gestiegen ist.

Im ländlichen Raum gefragter
Allerdings gebe es hier große regionale Unterschiede, geht aus der Marktstudie der OFAA hervor. Im ländlichen Raum werden 34,9 Prozent der Glasfaseranschlüsse genützt, in kleineren Städten und Vororten liegt die sogenannte Take-up-Rate bei 21,3 Prozent und in Städten bei 12,7 Prozent. Im Durchschnitt sind es knapp 21 Prozent, die auf den Breitbandzugang via Glasfaser zurückgreifen.

„Bei der Nutzung von Glasfaser existiert in Österreich ein ‘Land-Stadt-Gefälle‘ – auf dem Land ist mehr als jeder dritte Anschluss aktiv, in den Städten nur etwa jeder achte“, fasste Studienautor Jens Böcker zusammen. Im ländlichen Raum mangelt es oft an Alternativen, begründet OFAA-Präsident Martin Wachutka die dort höhere Akzeptanz der Glasfaseranschlüsse.

Förderungen als Wachstumstreiber
Bereits 27 Prozent der aktiven FTTH- (Fiber To The Home) Anschlüsse werden über offene, also für alle Internetanbieter zugängliche Netze, bereitgestellt. Experten gehen davon aus, dass dieser Anteil bis zum Jahr 2030 auf rund 42 Prozent steigen wird. Für 73 Prozent der Internetbetreiber ist der Preis für die Nutzung des Netzes wichtigster Punkt. Und für rund die Hälfte dieser Unternehmen ist eine hohe Netzqualität wichtig.

Aber 80 Prozent der Unternehmen, die für einen Zugang zu fremden Glasfasernetzen bezahlen, schätzen ihre Verhandlungsposition gegenüber den Netzbetreibern als gering ein. „Ein Netz ist nicht offen, weil es technisch zugänglich ist – es ist offen, wenn ein Internetanbieter darauf auch wirtschaftlich arbeiten kann“, merkte Herbert Flatscher, Vorsitzender des OFAA-Beirats, dazu an.

Damit kommt Flatscher auf einen für die OFAA wesentlichen Punkt: In Österreich wurde der Breitbandausbau bis Mitte 2026 mit rund 2,2 Mrd. Euro gefördert. Wobei drei Viertel davon auf Niederösterreich, die Steiermark und Oberösterreich entfielen. Damit wurden 319.600 Anschlüsse gefördert. Durch diese Förderungen entstanden darüber hinaus etwa 1,18 Millionen weitere, ungeförderte Anschlüsse. „Auf jeden geförderten Anschluss kommen im Schnitt dort fast vier eigenwirtschaftliche – die Förderung öffnet eine Region, der Markt baut sie weiter aus“, sagte Wachutka. Falle dieser Anstoß nächstes Jahr weg, gerate auch der private Folgeausbau ins Stocken.

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