Die Städte Linz und Wels wollen künftig stärker zusammenarbeiten und international als eine gemeinsame „Metropolregion“ auftreten. Hintergrund der Kooperation sind die globalen wirtschaftlichen Herausforderungen.
Das politisch rote Linz und das blaue Wels arbeiten jetzt wirtschaftlich eng zusammen – eine durchaus ungewöhnliche Allianz. Wie kommt’s?
Problemen wie „globaler Wettbewerbsdruck und geopolitische Verwerfungen“ könne man nur „über Gemeindegrenzen hinweg“ begegnen, erklärt der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ). Sein Pendant aus Wels, Andreas Rabl (FPÖ), meint: „Mit dem Kirchturmdenken von gestern werden wir die Herausforderungen von morgen nicht lösen.“
Ein Unternehmen denkt nicht in Gemeindegrenzen, sondern in Lieferketten und Absatzmärkten. So muss auch Standortpolitik funktionieren.

Thomas Bründl, Präsident der Industriellenvereinigung OÖ
Bild: Karin Lohberger Photographie
„Herz des Industrielandes“
Basis der städteübergreifenden Zusammenarbeit ist eine Studie der Linzer Johannes Kepler Universität. Deren Ergebnis: Der Korridor zwischen Linz und Wels ist das „Herz des Industrielandes“ und die Region mit dem höchsten Durchschnittseinkommen Österreichs, aber derzeit unter Druck, weil das große Wachstum – Stichwort amerikanische KI-Firmen – anderswo stattfindet. Die Region müsse sich daher erneuern. Ihre Stärken liegen laut der Studie einerseits in der industriellen Intelligenz – also etwa in der Weiterentwicklung von alten Maschinen mit modernen Sensoren – und andererseits in „grünen“ Technologien, wie den Bestrebungen der Voestalpine zur CO₂-neutralen Stahlerzeugung.
Ein zusammen mit der Industriellenvereinigung Oberösterreich ausgearbeiteter 13-Punkte-Plan soll die Region voranbringen. Gefordert wird darin etwa, mehr Firmengründungen aus Industrie, Forschung und Hochschulen zu ermöglichen, Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und international künftig als eine gemeinsame Metropolregion aufzutreten.
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