A1-Vorstand kritisiert

Österreich hinkt beim Glasfaser-Ausbau hinterher

Wirtschaft
19.05.2026 05:00

Österreich hinkt beim Glasfaser-Ausbau hinterher. Nur weniger als 30 Prozent der Haushalte dürften einen Anschluss haben. Telekom-Vorstand Thomas Arnoldner kritisiert die Regierung: Die Ausbaukosten seien viel zu hoch. Die nun geplante Telekom-Reform setze nur das Mindeste um.

Mehr als zwei Milliarden Euro Breitbandförderung hat die Regierung bereits ausgezahlt. Trotzdem ist Österreich im internationalen Vergleich weit hinten. Weniger als 30 Prozent der Bevölkerung dürften einen Anschluss haben, schätzt A1-Vorstand Thomas Arnoldner. Damit sind wir weit von „Vorzeige-Ländern“ wie Spanien, Portugal, Frankreich oder Schweden entfernt, die 80 bis fast 100 Prozent Abdeckung haben.

Hohe Ausbaukosten im Vergleich
Das Problem sind vor allem die hohen Ausbaukosten, die Investoren abschrecken. Um einen Haushalt ans Glasfasernetz zu bekommen, muss ein Investor über 2000 Euro in die Hand nehmen, laut Studien betragen die Kosten in anderen Ländern wie Spanien oder Portugal sogar nur ein Zehntel davon.

Zitat Icon

„Ein Armutszeugnis, dass wir europaweit so weit im Hintertreffen sind.“

Thomas Arnoldner, A1

Arnoldner fordert einen Tiefbauatlas, die Mitverlegung von Glasfaser, mehr Leerverrohrungen und innovative Verlegemethoden. Man könnte Glasfaser etwa auch von Strommast zu Strommast „mitlaufen“ lassen. „Wir sind Schlusslicht in Europa, aber die Politik tut nichts“, kritisiert Arnoldner, der Telekomminister Andreas Babler in dem Feld für „ambitionslos“ hält. Es sei ein „Armutszeugnis“. Die EU gibt den Ländern bestimmte Reformen im Telekomsektor vor, Österreich setze aber nur das mindeste um.

Teure Verlegung in entlegenen Gegenden
Das Problem sei auch die Art des Ausbaus. Die Rahmenbedingungen in Österreich halten private Investoren davon ab, in Österreich beim Glasfaserausbau Tempo zu machen. Viel passiere in großen Ballungsräumen mit ohnehin guter Abdeckung sowie in sehr entlegenen ländlichen Regionen, die gefördert werden. Hier ist Breitband zum Teil kaum wirtschaftlich.  In jenen Gebieten, wo private Investoren gefragt werden, fehlt es hingegen.

Arnoldner warnt vor einem neuen „Russisches-Gas-Moment“, sollte Österreich bei der kritischen Infrastruktur zu lange warten, um dann überrascht zu sein.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung