Desaströse Bilanz

Schneckentempo beim Glasfaserausbau im Westen

Vorarlberg
29.07.2026 13:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Der Ausbau des Glasfasernetzes in Vorarlberg kommt kaum voran. Die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage zeigt: Von der Zielvorgabe wurden nur 10 Prozent erfüllt, der Großteil der zugesagten Fördergelder ist noch gar nicht abgerufen worden.

Die Zahlen aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) zeigen ein erschreckendes Bild: Der Glasfaserausbau in Vorarlberg kommt nicht voran, von 1325 geplanten Haushalten, die zwischen 2022 und April 2026 angeschlossen werden sollten, sind bislang nur 135 ans Netz gegangen.

Was nach Adam Riese heißt: Die Zielvorgabe wurde nur zu zehn Prozent erfüllt, das ist eine jämmerliche Bilanz. Und da es mit der Umsetzung hapert, fließen auch die Förderungen nicht. 33,2 Millionen Euro der sogenannten „Breitbandmilliarde“ des Bundes sind für Vorarlberg reserviert, ganze 23,7 Millionen Euro wurden noch nicht abgerufen. 

Keine Auszahlung ohne Baufortschritte
Die Auszahlung der Förderungen ist streng geregelt und an den tatsächlichen Baufortschritt gekoppelt. Firmen erhalten nach Vertragsabschluss eine Startrate von 25 Prozent. Weitere Gelder fließen nur, wenn angefallene Kosten nachgewiesen und von der Forschungsförderungs-GmbH (FFG) geprüft wurden. Der Fortschritt wird mit Karten und Fotos dokumentiert sowie vor Ort kontrolliert. Für mehr Transparenz soll künftig der Breitbandatlas den Ausbaustand für alle Bürger sichtbar machen.

Hürden bei Bau und Genehmigungen
Doch woran liegt es, dass der Glasfaserausbau in Vorarlberg nicht vom Fleck kommt? In der Anfragebeantwortung werden gleich mehrere Bremsklötze genannt: Probleme bei der Mitverlegung von Leitungen, schwierige Verhandlungen um Nutzungsrechte auf privatem und öffentlichem Grund, zudem fehlt es offenbar an Fachfirmen, die in der Lage sind, ein Kabel im Boden zu vergraben.

Geht wenigstens A1, also jenes Unternehmen, das in Österreich beim Glasfaserausbau als Lokomotive fungieren soll, mit gutem Beispiel voran? Das komplette Gegenteil ist der Fall: Ein länderübergreifendes Projekt von A1 zwischen Vorarlberg und Tirol ist erst zu einem Prozent fertiggestellt ... 

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