Heute vor neun Jahren erschoss der Steirer Friedrich Felzmann in Stiwoll zwei Menschen und ist seither spurlos verschwunden. Hätte die Wahnsinnstat verhindert werden können?
Einmal fuhr er mit „Heil-Hitler“-Schild auf seinem Auto durch Graz, dann zog er sich auf offener Straße bis auf die Unterhose aus und filmte sich dabei, ein anderes Mal setzte er sich eine schwarze Perücke auf und machte sich über eine Staatsanwältin lustig. Auch bei der „Krone“ kreuzte er auf und gab sich als Agrar-Rebell, der seine Kühe nicht gegen die Blauzungenkrankheit impfen wollte. Hätte man erkennen müssen, dass Friedrich Felzmann, von der Wut auf Nachbarn und Institutionen zerfressen, eine tickende Zeitbombe war?
Nein! Der Steirer galt zwar als Querulant, als Spinner, als Eigenbrötler, dem man besser aus dem Weg gegangen ist – aber nicht als brandgefährlicher Racheengel, dem man einen Mord zugetraut hätte. Weder Behörden noch seiner Familie kann man einen Vorwurf machen, denn auch in diesem Fall bewahrheitet sich leider die Binsenweisheit: Man kann in niemanden hineinschauen.
Das einzig Positive an dieser Tragödie: Stiwoll ist längst wieder zur Normalität zurückgekehrt, der Alltag der lähmenden Angst vor Felzmanns Rückkehr gewichen. Der 700-Einwohner-Ort in der Weststeiermark hat bewiesen, dass Gemeinschaft und Zusammenhalt stärker sind als der Hass!
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