Nach dem Schlusspfiff gegen Ried ging es erst richtig rund. Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch war nach dem 2:2 sauer. Und zwar auf den Schiedsrichter. Warum sich der schwarz-weiße Coach kurzfristig in einer anderen Sportart wiedergefunden hat ...
Eigentlich mag Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch die Farbe Rot so gar nicht. Zumindest was die Mode angeht. Hat freilich auch etwas mit dem Stadtrivalen GAK zu tun, der Rot als Klubfarbe trägt. Jedenfalls betonte der Coach der Schwarz-Weißen vor dem Derby letzte Woche: „Ich bin nicht so der farbenfrohe Typ. Rotes Kleidungsstück gibt es bei mir nicht.“
Und auch wenn Ingolitsch Rot nicht mag, sah er diesmal Rot: Weil er nach dem Spiel zielgerichtetet auf den Platz ging – und sagen wir einmal so – das Gespräch mit Schiedsrichter Safak Barmaksiz suchte. Der Sturm-Trainer war nach dem 2:2 gegen Ried fuchsteufelswild, bezeichnete die Leistung des Referees als „Skandal“. Schon weil er nach dem Spiel direkt aufs Feld zum Schiedsrichter lief, bekam er die rote Karte. Was letztlich auch dem Regelwerk entspricht – was nun auch Ingolitsch am eigenen Leib erleben musste.
Was Ingolitsch letztlich sauer aufstieß: Wohl die rote Karte, die Arjan Malic kassierte. Die regelkonform, aber sehr hart war. Viel mehr aber das nicht gegebene Foul an Kapitän Gorenc Stankovic vor dem 1:2-Gegentreffer. „Das war ja ein Wrestlingkampf“, schüttelte Ingolitsch über den ausgebliebenen Foulpfiff nur den Kopf. Was letztlich auch zu den großen Emotionen nach dem Spiel sorgte. Wrestling statt Fußball – das war zu viel für den Sturm-Coach. Der Freistoß im Finish, den die Grazer nicht mehr ausführen durften, das i-Tüpfelchen.
Ingolitsch ist am Ende aber auch reflektiert genug, entschuldigte sich nur wenige Minuten später umgehend beim Schiedsrichter für sein Verhalten. Selbstkritik nach Kritik – das ist lobenswert!
Die Festung bröckelte – aber nur kurz...
Lobenswert ist auch weiterhin die Heimstatistik der Schwarz-Weißen. Seit Ingolitsch im Jänner übernommen hat, hat Sturm unter seiner Regie nur eine einzige Partie zuhause verloren: beim 0:1 im August in der Champions-League-Qualifikation gegen Fenerbahçe Istanbul. Graz-Liebenau wurde unter dem Salzburger wieder eine echte Festung. Auch wenn sie am Sonntag beim 2:2 gegen Ried kurz bröckelte – erst in der 92. Minute erlöste Beganovic Sturm mit dem Ausgleich. Ende gut, alles gut. Auch was die Emotionen anging.
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