Die Krise der europäischen Autoindustrie ist längst mehr als eine vorübergehende Konjunkturschwäche. Sie ist das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse, strategischer Fehlentscheidungen und eines tiefgreifenden technologischen Wandels. Besonders betroffen ist die Steiermark.
Besonders deutlich zeigt sich die Krise in der Steiermark, wo die Automobilindustrie zu den wichtigsten Säulen der Wirtschaft zählt. Wenn diese Branche schwächelt, geraten nicht nur große Unternehmen, sondern auch zahlreiche Zulieferbetriebe, Arbeitsplätze und ganze Regionen unter Druck. „Die Wucht war überraschend“, sagt Motor-Experte Helmut Eichlseder heute im „Krone“-Interview. Doch einige Entwicklungen seien durchaus absehbar gewesen, argumentiert der emeritierte TU-Professor aus Graz.
Die Ursachen der Krise sind vielfältig. Europäische Hersteller stehen unter massivem Wettbewerbsdruck aus China, insbesondere bei Elektroautos. Chinesische Unternehmen profitieren von Kostenvorteilen, einer starken Batterieproduktion und kurzen Entwicklungszeiten. Gleichzeitig haben europäische Autobauer den technologischen Wandel teilweise unterschätzt und zu spät auf neue Marktbedingungen reagiert. Dazu kommen noch hohe Energie- und Arbeitskosten, geopolitische Unsicherheiten, schwankende Nachfrage und unklare wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen.
Die Folgen sind auch in der Steiermark spürbar. Rund ein Viertel der steirischen Wirtschaftsleistung und etwa 70.000 Arbeitsplätze hängen von der Autoindustrie ab. Unternehmen wie Magna und AVL sowie zahlreiche mittelständische Zulieferbetriebe sind eng mit der internationalen Fahrzeugproduktion verbunden.
Die Politik darf man in der Krise allerdings nicht aus der Verantwortung entlassen: Gefragt sind klare Ziele, Planungssicherheit und Investitionen in Forschung, Infrastruktur und industrielle Innovation. Sonst sind Tausende Jobs im Land in Gefahr.
Schönen Dienstag mit der „Krone“!
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