Wie zum Beweis dafür, wie dramatisch die Zustände in unseren Justizanstalten sind, kam gestern Abend die Nachricht von einer blutigen Attacke in der Grazer Karlau. Dass ein Wachebeamter schwer verletzt wurde, ist alarmierend – aber leider nicht überraschend.
Die „Krone“ berichtete gestern Abend zuerst: Als ein 33-jähriger Wachebeamter die Zelle eines Insassen betrat, attackierte ihn der gleichaltrige Häftling mit einer präparierten Glasscherbe. Sie war mit einem Gummizug als Griffschutz versehen. Das Opfer wurde im Halsbereich schwer verletzt. Die Frage, wie das passieren konnte, ist müßig. Seit Monaten warnen Gewerkschafter vor Überbelegung und Sicherheitsmängeln in steirischen Haftanstalten.
Die Arbeit in einer Justizanstalt ist mit großer Verantwortung, physischer und psychischer Belastung verbunden. Umso besorgniserregender ist es, wenn Bedienstete unter schwierigen Bedingungen, Personalmangel und zunehmendem Druck ihre Aufgaben erfüllen müssen. Wer tagtäglich für Sicherheit, Ordnung und einen funktionierenden Strafvollzug sorgt, braucht verlässliche Dienstpläne, angemessene Unterstützung und konkrete Maßnahmen zur Entlastung.
Es ist weder den Inhaftierten noch den Wachebeamten zumutbar, wenn ein überlastetes System versucht, mit immer weniger Ressourcen immer mehr Aufgaben zu bewältigen.
Kommen Sie sicher durch den Freitag!
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