Nicht einmal ein Fünftel aller Österreicher zwischen 16 und 60 weiß, wie hoch die eigene Pension einmal ausfallen wird – das Thema Vorsorge schieben viele einfach auf, wie eine neue Studie im Auftrag der Uniqa zeigt. Gerade einmal die Hälfte gibt an, finanziell gut dazustehen. Frauen sind besonders belastet.
Mehr als zwei Drittel interessieren sich dafür, aber nur 17 Prozent haben tatsächlich berechnet, wie viel Geld sie in der Pension bekommen werden: Viele Österreicher wissen nicht, was finanziell nach dem Erwerbsleben auf sie zukommt. Das fand die neue Finanzvorsorge-Studie der Uniqa nun heraus.
„Die eigentliche Herausforderung liegt heute weniger im fehlenden Problembewusstsein als im Schritt von der Sorge zur konkreten Planung und Umsetzung“, unterstreicht René Knapp, Vorstand für Personenversicherung bei der Uniqa.
Mehr als 3000 Österreicher zwischen 16 und 60 wurden für die Studie befragt. „Es gibt große Wissenslücken“, sagt Marktforscherin Martina Zöchner. „Man tut sich schwer, einzuschätzen, was noch weit entfernt ist. Selbst unter den 50- bis 60-Jährigen haben nur 42 Prozent konkrete Maßnahmen für die Pensionsvorsorge getroffen. Den Zinseszinseffekt unterschätzen viele systematisch.“
Mehr als die Hälfte steht gut da
Wie schätzen die Österreicher ihre eigene finanzielle Situation ein? 53 sagen gut oder sehr gut – das sind weniger als im vorigen Jahr (59%). 35 Prozent stehen eher, 12 Prozent sehr schlecht da. 51 Prozent gaben an, eine Ausgabe in Höhe eines Monatseinkommens ohne Probleme stemmen zu können. Bei 34 Prozent reichte das monatliche Einkommen im vergangenen Jahr zumindest einmal nicht, um alle Kosten zu decken.
Gerade Frauen stehen finanziell oft unter Druck. 57 Prozent sagen, dass Gedanken an finanzielle Themen sie belasten. 40 Prozent schätzen den „Gender Pension Gap“ geringer ein, als er ist, und sind sich der Auswirkungen von langer Teilzeitarbeit nicht bewusst. „Was gerade aktuell ist, wird vorrangig behandelt. So macht sich die Hälfte der Frauen in der Familienplanungsphase keine Gedanken darüber, wie sie finanziell auf die Zukunft wirkt“, sagt Bettina Fuhrmann, Leiterin des Kompetenzzentrums für Finanzbildung an der WU Wien.
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