Neue Zahlen für 2026

Das ist die beliebteste Automarke der Österreicher

Wirtschaft
12.10.2026 12:52

Von Jänner bis September 2026 wurden in Österreich 241.108 neue Pkw zugelassen – ein kräftiges Plus von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei zeigt sich: Der VW Golf bleibt der unangefochtene Liebling der Nation. Doch bei Privatkunden und E-Autos verschieben sich die Kräfteverhältnisse dramatisch.

Österreichs Automarkt gibt weiter Vollgas. Mit 241.108 Neuzulassungen in den ersten drei Quartalen 2026 setzt der heimische Pkw-Markt seinen Wachstumskurs nahtlos fort. Besonders bemerkenswert: Mehr als jede vierte Neuzulassung fährt mittlerweile rein elektrisch. Mit 63.172 E-Autos legten die Stromer um satte 36,9 Prozent zu. Rechnet man Hybride hinzu, verfügen bereits 66,8 Prozent aller neuen Pkw über einen alternativen Antrieb.

VW Golf thront weiter an der Spitze
Im Gesamtranking aller Antriebsarten bleibt der VW Golf der unangefochtene König. Mit 6288 Neuzulassungen in den ersten drei Quartalen liegt er deutlich vor dem Škoda Octavia (5754) und dem BMW X1 (4231). Der Golf ist damit das einzige Modell, das die 6000er-Marke durchbricht.

Dahinter folgen der SEAT Ibiza (4179), das Tesla Model Y (4109), der BMW X3 (3735) und der VW Polo/ID.Polo (3719). Auch der Toyota Yaris (3504), der Škoda Fabia (3459) und der Škoda Karoq (3387) komplettieren die Top 10.

Die Marken: VW dominiert, BYD rast heran
Blickt man nicht nur auf die einzelnen Modelle, sondern auf die Automarken insgesamt, so verteidigt Volkswagen seine Spitzenposition souverän. Mit einem Marktanteil von 13,2 Prozent liegt VW klar vor Škoda (10,6 Prozent), BMW (6,3 Prozent) und Audi (6,1 Prozent).

Doch der aufmerksamkeitsstärkste Player kommt aus China: BYD steigerte seine Neuzulassungen um atemberaubende 68,2 Prozent. Auch SEAT (+16,9 Prozent), Škoda (+10,4 Prozent), Mercedes (+10,0 Prozent) und Audi (+7,9 Prozent) legten deutlich zu.

Die China-Marke BYD konnte die Zahl der Neuzulassungen in Österreich heuer um 68,2 Prozent ...
Die China-Marke BYD konnte die Zahl der Neuzulassungen in Österreich heuer um 68,2 Prozent steigern.(Bild: Stefan Burgstaller)

Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung des VW-Autohändlers Porsche Holding Salzburg, bringt die Lage auf den Punkt: „Wir bewegen uns in einem unter anderem durch den aggressiven Wettbewerbsdruck der chinesischen Hersteller geprägten Marktumfeld, welches täglich an Intensität zulegt. Mit unseren starken Marken, unserem breiten Modellportfolio, unserem konsequenten Kundenfokus und der Stärke unserer Vertriebsorganisation sind wir weiter solide unterwegs.“ Die VW-Konzernmarken (VW, Škoda, SEAT, Audi, Porsche etc.) halten gemeinsam immerhin noch einen Marktanteil von 39 Prozent (Vorjahr: 40,7 Prozent) – trotz des harten Gegenwinds.

Privatkunden: Dacia schlägt Tesla, Golf nur auf Platz 10
Ganz anders sieht das Bild bei den Privatkunden aus. Hier führt der Dacia Sandero mit 2730 Neuzulassungen das Ranking an, gefolgt vom Tesla Model Y (2384) und dem Dacia Bigster (2274). Die günstige Renault-Tochter dominiert also das Geschäft mit den privaten Käufern.

Auf Platz vier folgt der Toyota Yaris (2242), dann kommt der BYD Seal (2064). Die chinesische Marke BYD platziert sich mit dem ATTO (1895) auch auf Rang sechs und mischt damit kräftig im Privatkundensegment mit.

Und was macht der Gesamtsieger? Der VW Golf liegt bei Privatkunden nur auf Platz 10 (1475 Neuzulassungen). Der Klassiker lebt vor allem von Firmenkunden – eine bemerkenswerte Verschiebung im Käuferverhalten.

Firmenkunden: Golf und Octavia unangefochten
Bei den Firmen- und Flottenkunden bleibt der VW Golf mit 4813 Einheiten die klare Nummer eins, gefolgt vom Škoda Octavia (4460). Der SEAT Ibiza (2906) liegt auf Rang drei, dann folgen BMW X3 (2843) und der elektrische Škoda Enyaq (2755).

Bemerkenswert: Unter den Top 10 der Firmenkunden finden sich mit Škoda Enyaq, BMW X1, VW Bus und VW Polo/ID.Polo gleich mehrere Modelle mit elektrischem oder teil-elektrischem Antrieb. Die Flotten-Elektrifizierung schreitet also voran.

Die E-Auto-Hitparade: Tesla vor Škoda
Bei den reinen Elektroautos insgesamt liegt das Tesla Model Y mit 4109 Neuzulassungen vorne. Doch Škoda sitzt den Amerikanern im Nacken: Der Škoda Enyaq (3151) und der Škoda Elroq (2893) belegen die Plätze zwei und drei. Zusammen kommen die beiden tschechischen Stromer auf 6044 Einheiten – deutlich mehr als das Model Y allein.

Der BMW X3 (2155) und der BYD ATTO (1968) folgen in der reinen E-Auto-Statistik auf den Rängen vier und fünf. Der BMW X1 (1911), der BYD Sealion (1806), das Tesla Model 3 (1788), der VW ID7 (1689) und der Cupra Born (1642) komplettieren die Top 10.

Bei den E-Autos für Firmenkunden dreht Škoda sogar den Spieß um: Der Enyaq (2755) und der Elroq (2039) dominieren vor dem BMW X3 (1794) und dem Tesla Model Y (1725). Bei den Privatkunden hingegen siegt Tesla mit dem Model Y (2384) klar vor dem BYD ATTO (1269) und dem Tesla Model 3 (1254).

Warum E-Autos boomen – und Diesel sterben
Die Gründe für den E-Auto-Boom sind vielfältig. Hans Peter Schützinger bringt es auf den Punkt: „Die aktuelle Spritpreisentwicklung ist ein natürlicher Beschleuniger für die E-Mobilität und bewegt aktuell immer mehr Kunden zum Umstieg auf ein rein elektrisches oder elektrifiziertes Fahrzeug. Hinzu kommt die ständig steigende technologische Reife der aktuellen Modellgenerationen sowie die wettbewerbsfähigen Preise gepaart mit klaren Vorteilen bei den Betriebskosten.“

Tatsächlich sind die Spritpreise infolge des Konflikts im Iran deutlich gestiegen. Gleichzeitig werden E-Autos immer günstiger – und die Modellvielfalt wächst rasant.

Die Kehrseite: Diesel-Pkw brachen um 13,9 Prozent ein. Das hat allerdings auch damit zu tun, dass viele Hersteller kaum noch neue Diesel-Modelle anbieten. Der Selbstzünder, einst jahrzehntelang die erste Wahl für Vielfahrer, verschwindet zusehends aus den Schauräumen.

Ausblick: Die nächste E-Auto-Offensive rollt an
Der Volkswagen-Konzern will nun im hart umkämpften E-Auto-Markt weiter Boden gutmachen – besonders im Kleinwagen-Segment. Mit dem VW ID. Polo, dem ID. Cross, dem Cupra Raval und dem Škoda Epiq stehen gleich vier neue, preislich vergleichsweise attraktive Stromer in den Startlöchern.

VW-Vertriebsmanager Schützinger zeigt sich optimistisch: „Wir treiben mit unseren Konzernmarken die Transformation der Mobilität voran und haben mit der Electric Urban Car Family den nächsten richtungsweisenden Schritt gesetzt. Die aktuellen Verkäufe und das große Interesse der Kunden in den Schauräumen unterstreichen das deutlich.“

Doch der Wettbewerb wird nicht einfacher. BYD und andere chinesische Hersteller drängen mit aller Macht in den europäischen Markt. Das drückt die Gewinne und Margen der etablierten Anbieter nach unten. „Der Preis- und Wettbewerbsdruck wird weiter steigen“, sagt Schützinger. Österreichs Automarkt bleibt also in Bewegung, und er ist elektrischer, internationaler und spannender denn je.

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