Schulstreik in Bregenz

„Ob Kopftuch oder keins, entscheiden wir allein!“

Vorarlberg
09.10.2026 13:47

In Bregenz wurde am Freitag zum „Schulstreik gegen das Kopftuchverbot“ aufgerufen. Einen Aufmarsch wie bei „Fridays For Future“ gab es aber nicht, die Teilnehmeranzahl war überschaubar. 

Rund 150 Personen nahmen am gestrigen Freitag laut Einsatzleitung der Polizei am „Schulstreik gegen das Kopftuchverbot“ teil. Allerdings waren nur die Hälfte der Protestierenden auch tatsächlich Schüler.

Mit bunten Schildern zogen die Demonstrierenden durch die Stadt.
Mit bunten Schildern zogen die Demonstrierenden durch die Stadt.(Bild: Harald Küng)
(Bild: Harald Küng, Krone KREATIV)
(Bild: Harald Küng)

Mit Parolen wie „Ob Kopftuch oder keins, entscheiden wir allein!“, oder „Rassistisch, sexistisch, ekelhaft: Das Kopftuchverbot gehört abgeschafft“, marschierten die Demonstrierenden gegen 9.45 Uhr los und zogen anschließend friedlich und lautstark durch die für diese Tageszeit überraschend belebte Bregenzer Innenstadt.

Solidarität aber auch Kritik
Und während zahlreiche Passanten das Spektakel interessiert beobachteten, sich mit den Demonstrierenden solidarisch zeigten oder spontan mitmarschierten, echauffierten sich andere wiederum: „Alles Chaoten“, schimpfte einer. „Wenn’s ihnen nicht passt, sollen sie wieder nach Hause gehen“, rief ein anderer dem Zug hinterher.

Einen Zwischenstopp gab es vor der Vorarlberger Bildungsdirektion: „Teachers and students, unite and fight“ („Lehrer und Schüler, vereinigt euch und kämpft!“) skandierten sie vor dem Gebäude, ehe die Demo zur Abschlusskundgebung an den Bregenzer Leutbühel weiterzog, wo sich die „Krone“ im Anschluss unter den Teilnehmern umhörte.

Muslimische Teilnehmerinnen der Demonstration.
Muslimische Teilnehmerinnen der Demonstration.(Bild: Harald Küng)

„Ein starkes Zeichen gesetzt“
„In der Schule trage ich allgemein kein Kopftuch, aber das Verbot finde ich Scheiße. Es ist richtig rassistisch, dass diejenigen, die Kopftuch tragen wollen, es in der Schule abnehmen sollen“, ärgerte sich eine junge Muslima. „Nicht die Schulen zwingen die Mädchen, sondern der Staat“, betonte Mitorganisator Kurt Bührle: „Ich bin persönlich aber sehr zufrieden mit der heutigen Veranstaltung. Die Schülerinnen und Schüler haben ein starkes erstes Zeichen gesetzt.“

Ob es weitere Kundgebungen geben wird, werde zeitnah in einem Schülerplenum diskutiert.

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