Streit um Schulden

Landesholding: ÖVP fordert jetzt Transparenz

Burgenland
05.10.2026 16:04

Polit-Streit um die Verbindlichkeiten der Landesholding Burgenland: Die ÖVP kündigt eine umfassende Anfrage-Serie im Landtag und eine Herbst-Kampagne zu den Landesfinanzen in den Bezirken an. Landesholding und SPÖ weisen die Kritik zurück.

Die ÖVP nimmt die finanzielle Entwicklung der Landesholding ins Visier. So seien die Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um 360 Millionen Euro auf insgesamt rund 2,8 Milliarden Euro angestiegen. „Doskozil muss die Blackbox öffnen“, fordert ÖVP-Landesobmann Christoph Zarits. Schulden würden nicht verschwinden, nur weil sie in einer anderen Bilanz stehen.

Die Volkspartei bereitet deshalb eine umfassende Anfrage-Serie zur finanziellen Entwicklung der Landesholding vor. „Wir wollen wissen, wo diese Schulden entstanden sind, wofür das Geld ausgegeben wurde und wer Zinsen und Rückzahlungen stemmen muss“, erklärt ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl. Auch mögliche weitere Unternehmenskäufe müssen offengelegt werden. Die ÖVP kündigt neben der Anfrage-Serie auch eine Herbst-Kampagne zu den Landesfinanzen an. Pressetermine in allen Bezirken sind geplant sowie Schwerpunkte zu den Rechnungshofberichten und zum Landesbudget.

Holding: „ÖVP verwechselt Bilanz und Schulden“
Die Landesholding hielt in einer Stellungnahme fest, dass die 360 Millionen Euro dem Anstieg der gesamten bilanziellen Verbindlichkeiten entsprechen. Dies sei jedoch nicht mit dem Anstieg der Netto-Finanzverbindlichkeiten gleichzusetzen. Die ÖVP verwechsle also Bilanz und Schulden. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten seien 2025 um rund 143 Millionen Euro gestiegen. Das Anlagevermögen habe sich aber um rund 294 Millionen auf 2,84 Milliarden Euro erhöht. Der Konzern erzielte 2025 einen Jahresüberschuss von 39,7 Millionen Euro und investierte 413 Millionen Euro.

Eine „unseriöse und bewusst verkürzte Darstellung“ sah auch SPÖ-Klubchef Roland Fürst. Die ÖVP habe offensichtlich ein Problem mit Investitionen in Gesundheit, Pflege, Bildung, Energie und Infrastruktur. 

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