Neues Sachprogramm

Der Wind dreht in die richtige Richtung

Steiermark Newsletter
02.10.2026 10:52

Ein politisches Kunststück ist der steirischen FPÖ-ÖVP-Landesregierung gelungen: Ihr neues Wind-Sachprogramm, das am Donnerstag präsentiert wurde, wurde so angepasst, dass sich die Bevölkerung abgeholt fühlt – und auch die Opposition zustimmend nickt. Das hat Seltenheitswert.

Windkraft sorgt aus Erfahrung für Konflikte: Die einen pochen auf den raschen Ausbau ohne Rücksicht auf Verluste, die anderen drängen darauf, bei aller Notwendgkeit auch den Landschafts- und Naturschutz nicht zu vergessen. Umso bemerkenswerter ist, dass die Landesregierung diesmal versucht hat, beide Stimmungslagen unter einen Hut zu bringen – und damit sogar auch politische Gegner erreicht.

Das neue Programm konzentriert sich auf den Ausbau auf ausgewählte Flächen, während sensible Gebiete außen vor bleiben. Hunderte Stellungnahmen flossen ein, zwei geplante Flächen – wie etwa jenes heiß umfehdete Gebiet in Kammern – wurden gestrichen. „Wir sind sehr erleichtert“, hinterließ man gestern glückliche Bürgerinitiativenmitglieder.

Auch die politischen Reaktionen fielen ungewöhnlich freundlich aus. Opposition bedeutet normalerweise vor allem: kritisieren, nachhaken, den Finger auf offene Wunden legen. Diesmal kam es anders: Die Grünen attestieren dem neuen Papier, dass der grundsätzliche Weg stimme.

Ein solcher Konsens ist bei einem emotionalen Thema wie der Windkraft keine Selbstverständlichkeit. Jetzt kommt es darauf an, ob aus diesem politischen Schulterschluss auch ein tragfähiger Weg für die tatsächlichen Projekte wird.

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