Im Burgenland ziehen SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grüne bei der Versorgung von Patienten, die am Chronischen Fatigue-Syndrom (kurz ME/CFS) leiden, an einem Strang. Ihr gemeinsamer Vorstoß für bessere medizinische Behandlung und soziale Absicherung soll nun auch in anderen Landtagen und im Parlament zum Thema werden.
Rund 2400 Menschen im Burgenland sind von ME/CFS betroffen. Viele können nicht mehr arbeiten, selbst geringe Belastungen verschlimmern oft die Beschwerden. Fehldiagnosen und der Kampf um finanzielle Unterstützung kommen hinzu.
Das Burgenland baut die medizinische Versorgung deshalb aus. Anfang Oktober öffnet in der Klinik Oberwart eine eigene ME/CFS-Ambulanz, in Bad Tatzmannsdorf startet ein spezielles Therapieprogramm. Für weitere Verbesserungen ziehen nun alle vier Landtagsparteien an einem Strang. SPÖ, FPÖ, ÖVP und Grüne bringen heute gemeinsam einen Dringlichkeitsantrag im Landtag ein. „Wir wollen vom Burgenland aus ein wirklich deutliches Signal im Sinne der Betroffenen aussenden, dass hier etwas weitergeht“, sagt SPÖ-Klubchef Roland Fürst.
Die Parteien fordern vom Bund deshalb spezialisierte Behandlungsstellen und Reha-Angebote, verbindliche Standards bei Diagnose und Begutachtung sowie mehr Fachwissen in der Ausbildung. FPÖ-Klubobmann Christian Ries: „Von hundert auf null innerhalb kürzester Zeit zurückzufallen“, könne das ganze Leben verändern. Auch die soziale Absicherung der Betroffenen soll verbessert werden. Pensionsversicherung und AMS sollen ihre Gutachter speziell schulen, ein Härtefallfonds soll bei akuter finanzieller Not helfen.
ME/CFS ist eine schwere, chronische Multisystemerkrankung, die zu extremer Erschöpfung und tiefgreifenden Fehlregulationen im Körper führt. Der Begriff steht für Myalgische Enzephalomyelitis bzw. Chronisches Fatigue-Syndrom.
Vorstoß geht über Landesgrenzen hinaus
ÖVP-Gesundheitssprecher Markus Ulram will vor allem die Versorgung weiter ausbauen: „Das Beste für die Patienten erreichen, darum geht es uns gemeinsam.“ Grünen-Klubobfrau Margit Paul-Kientzl fordert speziell zugeschnittene Angebote: „Eine Routinebehandlung wird nicht ausreichen.“ Auch mehr Forschung steht auf der Forderungsliste. SPÖ-Klubobmann Fürst kündigt zudem an, den Vorstoß in andere Landtage und ins Parlament zu tragen.
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