Christoph Koncz

„Als Dirigent ist es meine erste Wagner-Oper“

Oberösterreich
23.09.2026 16:00

Wenn sich der Vorhang für Wagners „Lohengrin“ am Samstag, 10. Oktober, im Linzer Musiktheater hebt, steht ein Dirigent am Pult, der die internationale Klassikszene im Sturm erobert: Christoph Koncz. Genau ein Jahr, bevor er die Leitung des Bruckner Orchesters Linz übernimmt, präsentiert er sich und seine Arbeit.

Christoph Koncz, ehemaliger Wiener Philharmoniker, ist der designierte Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz. Ab Herbst 2027, also in genau einem Jahr, wird der 39-Jährige seinen Vorgänger Markus Poschner ablösen.

Doch schon jetzt geht er mit Linz auf Tuchfühlung: Am Samstag, 10. Oktober, hat Richard Wagners „Lohengrin“ Premiere im Musiktheater. Koncz steht am Pult des Bruckner Orchesters. Seit den Proben, die vor Wochen begonnen haben, taucht er immer mehr ins Linzer Kulturleben ein, wie er im Gespräch mit der „Krone“ sagt.

„Krone“: Hatten Sie einen schönen Sommer?
Christoph Koncz: Ich genoss eine Mischung aus Entspannung und schönen Projekten, die ich als Dirigent verwirklichen konnte. Ich bin in Frankreich, der Schweiz und Japan aufgetreten. Ende August dirigierte ich bei den Salzburger Festspielen „Così fan tutte“ mit meinen ehemaligen Kollegen der Wiener Philharmoniker. Das hat mich sehr berührt.

Wie lange arbeiten Sie schon am „Lohengrin“?
Die Proben mit den Sängerinnen und Sängern haben bereits vor dem Sommer begonnen. Jetzt probe ich natürlich auch schon mit dem Bruckner Orchester Linz. Es ist die Abschiedssaison von Markus Poschner, und ich freue mich sehr, die Eröffnungspremiere dieser wichtigen Saison zu dirigieren. Außerdem ist es mir ein großes Anliegen, die Beziehung zum Orchester weiterhin zu intensivieren, bevor ich im nächsten Herbst dessen Leitung übernehme.

Was bedeutet es für Sie persönlich, diese Oper von Richard Wagner zu dirigieren?
Ich bin ein großer Bewunderer der Musik Richard Wagners. Als Orchestermusiker habe ich zahlreiche Vorstellungen von Wagner-Opern erlebt, als Dirigent ist es jedoch meine erste Wagner-Produktion. Insofern ist das für mich ein ganz besonderer Anlass. Ich genieße es sehr, mit der Premiere am 10. Oktober Teil des Musiklebens in Linz zu sein. Am Tag danach jährt sich Bruckners Todestag, und Franz Welser-Möst dirigiert im Brucknerhaus das Cleveland Orchestra. Das alles ist sehr stimmungsvoll eingebettet.

Die Verträge von Hermann Schneider und Thomas Königstorfer, den beiden Spitzen der Oberösterreichischen Theater und Orchester GmbH (TOG), wurden verlängert. Wie ist Ihr Blick darauf?
Das bedeutet die Fortsetzung eines Teams, das nicht nur künstlerisch, sondern auch wirtschaftlich sehr erfolgreich ist. In meinen Augen ist es sehr gut, dass bereits heute feststeht, wer auch nach 2029 die Leitung der TOG innehat, denn unsere Planungen reichen weit in die Zukunft. Wir können uns schon jetzt zusammensetzen und unsere gemeinsamen Ideen weiterentwickeln.

Sind Sie auch schon etwas tiefer in das Kulturleben in Linz eingetaucht?
Vor Kurzem besuchte ich die Eröffnung der Ars Electronica im Mariendom. Die Atmosphäre und die Internationalität des Publikums haben mich sehr beeindruckt. Ich war außerdem beim Festakt des Brucknerfests, habe das Jugendsinfonieorchester kennengelernt und viele Persönlichkeiten des Kulturlebens in Linz und Oberösterreich getroffen. So konnte ich bereits einen guten Vorgeschmack darauf gewinnen, was mich ab September nächsten Jahres erwartet.

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