Die Linke hat am Sonntag die Berlin-Wahl nach ersten Hochrechnungen überraschend klar gewonnen. Sie kann mit rund 25 Prozent rechnen und hat nun erstmals die Chance, mit Spitzenkandidatin Elif Eralp die Bürgermeisterin zu stellen (siehe Video oben). Doch wer ist die 45-Jährige, die lange in der zweiten Reihe stand?
Politik habe schon immer zu ihrem Leben gehört, sagte sie einmal über sich selbst. Ihre Eltern waren als Sozialisten und Gewerkschafter nach dem Militärputsch aus der Türkei geflohen. Zu dem Zeitpunkt war Elifs Mutter mit ihr schwanger. Eralp wurde 1981 in München geboren. Später lebte sie in Dortmund und Hamburg. Schon als Kind ging sie oft mit auf Demonstrationen und engagierte sich in der Anti-Atomkraft-Bewegung.
Die Deutsche mit türkischen Wurzeln studierte Jus. Sie arbeitete zunächst als Referentin für Rechtspolitik der Linke-Bundestagsfraktion, danach war sie Mitglied im Linke-Landesvorstand. Seit 2021 gehört Eralp dem Abgeordnetenhaus an und ist dort als stellvertretende Fraktionsvorsitzende tätig.
Engagement für leistbares Wohnen
Im Wahlkampf in Berlin setzte die 45-Jährige auf deutliche Worte. „Berlin kann zum Zentrum des Widerstands gegen den sozialen Kahlschlag und gegen den Rechtsruck werden“, sagte sie etwa. „Wir sind bereit, uns mit den Immobilienkonzernen anzulegen“, kündigte Eralp zudem an. Sie versprach, Berlin für alle leistbar zu machen, ihre Themen waren etwa der Kampf gegen hohe Mieten und gegen hohe Lebenshaltungskosten sowie ein Mietendeckel für landeseigene Wohnungen.
Auch Eralp selbst lebt in einer Mietwohnung und sucht nach eigenen Angaben seit Jahren ohne Erfolg eine größere für sich, ihren Ehemann und ihre zwei Kinder. In den vergangenen Monaten war die Politikerin regelmäßig mit einer kleinen Kette mit dem Schriftzug „Mietendeckel“ zu sehen. Auf Social-Media-Kanälen warb sie im Wahlkampf unermüdlich für sich und ihre Partei, auch in verschiedenen Sprachen und meistens gut gelaunt.
Koalition mit Grünen und SPD möglich
Die Linke hat nur Chancen auf eine Regierungsbeteiligung zusammen mit Grünen und SPD. Der bisherige schwarz-rote Senat hat gemeinsam nicht mehr genug Stimmen. Laut den Hochrechnungen von ARD und ZDF kann die Linke in Berlin mit rund 25 Prozent rechnen. Die CDU liegt demnach bei etwa 20 Prozent, die Grünen bei rund 14, die AfD zwischen 14 und 16 Prozent und die SPD bei zwölf Prozent.
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