Fr, 21. September 2018

"Illegal"

09.12.2014 14:19

Uber: Heftiger Gegenwind bremst Expansionspläne

Heftiger Gegenwind für den rasant wachsenden Taxi-Dienst Uber: Nach den Niederlanden haben auch Thailand und die indische Hauptstadt Neu-Delhi die Internet-Fahrervermittlung verboten. In Indien könnte das US-Start-up wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen einen Uber-Fahrer sogar vor dem landesweiten Aus stehen, berichtete die Zeitung "Indian Express".

In Neu-Delhi sind künftig alle über das Internet vermittelten Taxi-Dienste illegal, wie ein Behördensprecher am Dienstag mitteilte. Damit zog die Regierung Konsequenzen aus Vergewaltigungsvorwürfen gegen einen Uber-Fahrer. In Neu-Delhi war es jedoch zunächst weiterhin möglich, über die Smartphone-App von Uber einen Fahrdienst zu organisieren.

Uber in Thailand und Holland verboten
Auch in Thailand forderten die Behörden Uber dazu auf, sofort den Dienst einzustellen. Über eine Smartphone-App vermittelte Fahrer seien weder registriert noch hätten sie eine Versicherung für die kommerzielle Beförderung von Fahrgästen. Zudem verstoße das Bezahlsystem über Kreditkarten gegen Vorschriften, teilte das Verkehrsministerium mit. Wer dennoch auf der Webseite Fahrdienste anbiete, könne mit einem Bußgeld von 2.000 Baht (rund 50 Euro) bestraft werden. Zurzeit werde geprüft, höhere Strafen einzuführen.

Erst am Tag zuvor hatte ein Gericht den Taxi-Dienst in den Niederlanden verboten. Uber droht eine Strafe von bis zu 100.000 Euro. Uber-Fahrer könnten mit bis zu 10.000 Euro bestraft werden, teilte das Gericht mit. Der Vermittlerdienst verstoße gegen ein Gesetz, demzufolge Fahrer eine entsprechende Lizenz haben müssen. Uber hatte noch am gleichen Tag mitgeteilt, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen: "Das ist nur der erste Schritt in einem lang andauernden Rechtsstreit."

Uber ist bereits in 45 Ländern aktiv
Uber bietet seine Dienste weltweit bereits in 45 Ländern an, auch in Österreich. Das vor vier Jahren in Kalifornien gegründete Start-up vermittelt über eine Smartphone-App Fahrgäste an Gelegenheitsfahrer. Weil das günstiger ist als ein traditionelles Taxi zu rufen, läuft das Taxi-Gewerbe Sturm. Etablierte Unternehmen werfen Uber-Fahrern vor, keine entsprechenden Genehmigungen und Versicherungen zur Personenbeförderung zu haben.

Wegen dieses Streits unterliegt Uber auch in Deutschland Einschränkungen. Das Unternehmen mit Geldgebern wie Google und Goldman Sachs im Rücken hat erst kürzlich bei Investoren weiteres Kapital eingesammelt und kommt damit inzwischen auf einen Firmenwert von 40 Milliarden Dollar (32,6 Milliarden Euro).

Gegenwind in Asien und den USA
In Vietnam sagte Uber ein für Montag angesetztes Treffen mit Vertretern des Verkehrsministeriums zur Regulierung des Dienstes wegen "wichtiger Umstände" ab. In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten Land in Südost-Asien, stehe Uber bereits auf der Verbotsliste. Allerdings werde das Verbot nicht durchgesetzt. "Viele Taxi-Unternehmen haben keine formale Erlaubnis der Regierung", sagte Izzul Waro, Berater von Jakartas Verkehrsagentur. "Das ist in Indonesien so üblich."

Auch in den USA kämpft Uber mittlerweile mit Hindernissen. So ordnete die Stadt Portland im US-Staat Oregon am Montag an, den Vermittlungsdienst einzustellen, bis er die lokalen Regulierungsvorschriften einhalte. Uber war bisher bereits in Gegenden um Portland aktiv, war in der Stadt selber aber erst am Freitag an den Start gegangen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.