Am 31. Mai wird in Neunkirchen der Gemeinderat neu gewählt. Fünf Parteien – ÖVP, SPÖ, Grüne, FPÖ und die unabhängige Bürgerliste „Wir für Neunkirchen“ treten an und kämpfen um den begehrten Bürgermeistersessel.
Turbulente Zeiten durchlebte die Neunkirchner Politik in den letzten Monaten: Der Ausschluss von sieben Mandataren aus der FPÖ im Oktober, weil sie einem dringend notwendigen Sparpaket zustimmten, der Rücktritt von ÖVP-Bürgermeisterin Klaudia Osztovics im November, die Zurücklegung von 15 Mandate von SPÖ und Grüne sowie die Wahl von Peter Teix zum neuen ÖVP-Bürgermeister.
Am 31. Mai soll nun wieder „Ordnung“ in die Neunkirchener Politik einkehren – und darüber sollen die Wähler entscheiden.
Minus ist um mehr als die Hälfte geschrumpft
Gute Nachrichten gab es diese Woche bereits von ÖVP-Bürgermeister Peter Teix – denn Dank der rigorosen Sparmaßnahmen, des Konsolidierungspaketes und Bedarfszuweisungen des Landes beträgt das Minus im Rechnungsabschluss „nur“ 3,4 anstatt der zu erwartenden 7,58 Millionen Euro.
Sein Team für die Wahl besteht aus 74 Personen. „Und jede zweite Person auf der Liste ist weiblich“, freut sich Teix über die Ausgewogenheit. Sein Wahlversprechen: „Mich um alles zu kümmern, was die Leute beschäftigt“, und nennt als Beispiele den Verkehr, den Winterdienst, die Sanierung der Musikschule und dass das Hallenbad nicht geschlossen wird.
100-prozentige Zusimmung
Voll motiviert - er wurde kürzlich mit 100 Prozent zum Spitzenkandidaten seiner Partei bestätigt – zieht SPÖ-Obmann Günther Kautz in den Kampf. Sein Ziel seit Jahren: Bürgermeister zu werden. Sein Programm: eine gepflegte Stadt, ein durchdachtes Verkehrskonzept unter Einbindung von Anrainern und Bevölkerung, Anreize für Wirtschaftstreibende und eine bessere Infrastruktur.
Besonders wichtig ist ihm dabei auch die Attraktivierung der Innenstadt. Sein Wahlversprechen: „Vernünftig und offen zu kommunizieren, egal ob wir mitregieren werden oder in Opposition sind“, verspricht Kautz.
„Wollen zwei Mandate mehr“
Die Grünen sind derzeit mit drei Mandaten im Gemeinderat vertreten. Sie treten mit 34 Personen an. „Die Hälfte davon sind Frauen“, so Spitzenkandidat Johannes Benda. Die Hauptanliegen der Grünen sind vor allem die Jugend, nachhaltige Mobilität, Baumpflanzungen für mehr Schatten und eine bessere Lebensqualität und einen Bürgermeister, der „Vollzeit“ für die Neunkirchner vor Ort ist. Sein Ziel: „Fünf Mandate wären schön“, so Benda.
„Deutsch für Neuzuzug nach Neunkirchen ist Pflicht“
Einen Systemwechsel wünscht sich Helmut Fiedler, der für die FPÖ als Spitzenkandidat ins Rennen geht. Seine Versprechen: Politikergehälter kürzen, Gebührenerhöhungen zurücknehmen, Vereinsleben stärken, ein erweitertes Angebot für „Essen auf Rädern“ und eine „Hausordnung für Neunkirchen“ für jeden Neuzuzug in die Stadt. „Deutsch ist Pflicht“, betont er. Und er verspricht: „Wir sparen nicht bei Familien, Pensionisten und bei Vereinen“.
WfD möchte FPÖ verhindern
Der derzeitige „hellblaue“ Vizebürgermeister und ehemalige FPÖ-Obmann tritt nun mit seiner Bürgerliste „Wir für Neunkirchen“ (WfN) an. „Wir wollen mit aller Macht verhindern, dass die FPÖ die Macht ergreift“, so Berlosnig. Und: „Fiedler verdient in seinen Funktionen als Landtagsabgeordneter und als FPÖ-Landesgeschäftsführer jeweils 8000 Euro, fährt mittlerweile zwei Dienstautos und dann möchte er die Gemeinderäte, die 360 Euro verdienen, beschneiden?“ Sein Wahlversprechen: Volle Transparenz aller Förderungen, klare Kriterien, konsequente Befangenheitsregeln und ein verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeld.
Alle Parteien eint jedoch folgendes: Jeder möchte gerne nach der Wahl den Bürgermeister stellen, und alle hoffen auf eine höhere Wahlbeteiligung als noch im Jänner 2025. Diese lag nämlich nur bei 52,2 Prozent.
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