„Wären gern schneller“

Tierärztin ist sicher: „,Timmy‘ hat reelle Chance“

Ausland
19.04.2026 10:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Samstag waren Helfer den gesamten Tag wieder in „Timmys“ Nähe. Auch eine schwimmende Arbeitsplattform war dicht an den Meeressäuger gebracht worden. Ein Transport ins offene Meer war jedoch auch am dritten Einsatztag nicht möglich. Die Hoffnung auf Rettung lebt trotzdem noch.

Seit Donnerstag laufen die Arbeiten der privaten Initiative, die das Tier lebend zurück in die Nordsee bringen möchte. Ursprünglich war für den Fall eines erfolgreichen Verlaufs des Rettungsplans für Freitag der Start des Transports geplant gewesen. Doch am Sonntag liegt der Wal immer noch regungslos vor Poel.

„Sind gut dabei, aber ...“
Wie genau der intern bekannte Zeitplan nun aussieht, wollten die Mitglieder der Initiative am Samstag nicht preisgeben. Hintergrund sei, dass das Team von außen nicht unter Druck stehen wolle. „Wir sind jetzt gut dabei“, sagt die Veterinärin Bahr-van Gemmert. Sie gestand aber auch ein: „Wir wären gerne noch schneller.“

Die private Rettungsinitiative für den vor der Ostseeinsel Poel festliegenden Buckelwal soll am ...
Die private Rettungsinitiative für den vor der Ostseeinsel Poel festliegenden Buckelwal soll am Sonntag fortgesetzt werden.(Bild: AFP/DANNY GOHLKE)

Initiative: „Machen das Beste für den Wal“
Die Situation sei schwierig, so die Tierärztin, die auf Föhr ein Robbenzentrum leitet. Die an der Rettung beteiligten Helfer sind aber überzeugt: „Wir machen das Beste für den Wal.“ Zu sehen, wie der Wal versuche, sich aus seiner Lage „herauszukämpfen“, sei für sie kein Tierschutz. „Und ihn in Ruhe sterben lassen ist es auch nicht, weil es keine Ruhe ist“, beschreibt sie das Dilemma.

Kritik von Wissenschaftern und anderen Fachleuten an der Aktion wies sie zurück: „Diese Leute haben diesen Wal ja nicht gesehen. Wir haben ihn vor Ort gesehen.“ Sie betonte erneut, dass der Wal eine „reelle Chance“ habe. Diesbezüglich würden ihr Experten, die aktuell vor Ort waren, zustimmen.

Am Samstag hatten die Helfer nach eigenen Angaben unter anderem versucht, das Maul des Tieres zu ...
Am Samstag hatten die Helfer nach eigenen Angaben unter anderem versucht, das Maul des Tieres zu kontrollieren. „Es sollte geguckt werden, ob noch ein Stück Netz in den Barten ist“, sagte Bahr-van Gemmert. Das sei jedoch nicht gelungen.(Bild: APA/dpa/Marcus Golejewski)

Fachleute: Heimreise des Wals unmöglich
Wissenschafter, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen dagegen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen und in der Nordsee ertrinken werde.

Nachlese
Zeitplan und was bislang passiert ist
  • Bis zum Samstagabend hatten die Beteiligten die Befreiung des Wals weiter vorbereitet. Im Gegensatz zu Freitag, als der Buckelwal nach der Annäherung eines Tauchers plötzlich mit starken Bewegungen reagiert hatte, blieb das Tier am Samstag weitgehend regungslos. Gelegentlich buckelte der Wal leicht. Zudem stieß er in regelmäßigen Abständen Wasserfontänen aus.
  • Helfer legten am Samstagmorgen erneut Tücher auf den Rücken des Wals und beobachteten das Tier. Am Nachmittag wurde eine Art großer Schlauch ins Wasser gelassen. Nach früheren Angaben soll im Bereich des Wals der Untergrund weggespült werden, um das Tier dann mit Luftkissen anzuheben.

Pontons und Plane sollen den Wal tragen
Geplant ist nach früheren Angaben der privaten Rettungsinitiative, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. 

Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.

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