Blau-Weiß Linz hat mit dem 0:0 beim WAC im fünften Qualigruppenspiel den siebenten Punkt und die Wolfsberger damit gehörig unter Druck gesetzt. WAC-Trainer Thomas Silberberger schlägt Alarm. Am Dienstag stehen die Retourspiele an.
Blau-Weiß vergab in Wolfsberg die Chance, erstmals seit 23. November die Rote Laterne abzugeben. Die Oberösterreicher waren die klar bessere Mannschaft, scheiterten aber immer wieder an WAC-Torhüter Nikolas Polster. „Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gezeigt, haben uns nicht belohnt mit der guten Anzahl an wirklich hochkarätigen Torchancen“, resümierte Trainer Michael Köllner im Sky-Interview. Das Minimalziel, ungeschlagen abzureisen, habe man aber erreicht. Nun wollen die Linzer mit Heimvorteil „unseren nächsten Schritt machen. Wir wollen mit aller Macht den Dreier holen.“
Wolfsberg weiter sieglos
Die Linzer haben ihre bisher zwei Heimspiele in der Qualifikationsgruppe gewonnen und zudem in den jüngsten Spielen starke Leistungen gezeigt. Entsprechend selbstbewusst gehen sie in das zweite „Kellerduell“, während beim WAC die Alarmglocken läuten. Ein Jahr nach dem Cupsieg und dem knapp verpassten Meistertitel ist die Abstiegsgefahr nach 14 Saisonen im Oberhaus akut. Die Wolfsberger sind seit elf Spielen sieglos und haben auch in den zwei Partien unter dem neuen Trainer Thomas Silberberger die Trendwende nicht geschafft. Dass man dank zweier 0:0 nicht längst am Tabellenende steht, hat man in erster Linie Torhüter Nikolas Polster zu verdanken.
„Ich bin zehn Tage da, es gibt verdammt viel zu tun. Eines ist schon klar, wir haben uns das anders vorgestellt. Ich werde mir Spieler zur Brust holen, weil es war heute einiges im Argen, außer Nik Polster. In der Quali-Runde musst du den Spielstil annehmen, jetzt ist es höchste Eisenbahn“, machte Silberberger via Sky seinem Ärger Luft. „Das Glückliche ist, wir haben jetzt zweimal zu null gespielt, aber vorne rein brauchen wir definitiv giftige, galligere Spieler“, betonte er.
Die Spieler sind sich der prekären Lage bewusst. „Das war zu wenig. Wir müssen uns klar werden, was am Spiel steht, dafür war das Kämpferische einfach zu wenig“, kritisierte Polster. „Jeder weiß, dass wir zu gewinnen anfangen müssen, sonst wird es schwierig. Unteres Play-off ist Kampf, ist Spiele irgendwie gewinnen, das heißt es umzusetzen“, sagte Simon Piesinger.
WSG jubelte über Willensleistung
In Innsbruck erwischte Altach dank Sandro Ingolitsch einen Blitzstart (2.), das 2:0 durch Yann Massombo (32.) brachte einen scheinbar komfortablen Vorsprung. Doch statt die Vorentscheidung zu schaffen, traf Patrick Greil die Latte (41.), das Spiel entglitt den Gästen sogar noch. „Bitter, wir müssen den Sack eigentlich schon mit dem Schuss von Greil zumachen“, sagte Altach-Goalie Dejan Stojanovic. Seine Truppe liegt punktegleich mit Ried weiter an der Spitze der Qualigruppe.
Fünf Runden vor Schluss sind es acht Zähler Vorsprung auf Schlusslicht Blau-Weiß. „Wir hätten (mit dem Sieg, Anm.) einen großen Schritt machen können“, meinte Altach-Coach Ognjen Zaric. Und genau das hätte sein Team nach dem Anschlusstreffer von Marco Boras (43.) kurz vor der Pause auch etwas gelähmt. Ähnlich sah es Ingolitsch. „Wir waren in den letzten 30 Minuten zu passiv“, urteilte der Verteidiger an seinem 29. Geburtstag.
Am Dienstag (18.30 Uhr) kommt es im Ländle zum Wiedersehen, die WSG darf dank des Last-Minute-Tors des erstmals in dieser Saison durchspielenden Routiniers Lukas Hinterseer ein gutes Gefühl mitnehmen. „Ich muss eines herausheben: den Charakter und die Mentalität der Mannschaft, gerade nach dem 0:5 in der vergangenen Woche und nach dem 0:2-Rückstand“, lobte WSG-Coach Philipp Semlic seine Truppe. Sie liegt weiter fünf Punkte vor Blau-Weiß.
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