Während Europa bei den KI-Basismodellen den Anschluss zu verlieren droht, holt der Kontinent bei industriellen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz auf. So stiegen heuer die Investitionen in Europa in diesem Bereich im ersten Halbjahr auf 6,8 Milliarden Euro – rund 44 Prozent des US-Niveaus. Im Jahr 2018 lag der Anteil erst bei elf Prozent.
Im gesamten Jahr 2025 beliefen sich die Investitionen der Europäer auf 8,1 Milliarden Euro, verdeutlicht die Studie der Unternehmensberatung McKinsey und des Branchennetzwerks Boardwave den Anstieg der Mittelzuflüsse.
Vor allem bei Start-ups, die industriespezifische, vertikale KI-Anwendungen entwickeln, konnte Europa aufholen. Diese Start-ups erhielten 67 Prozent dessen, was vergleichsweise US-Start-ups erhielten. 2018 waren es nur neun Prozent. Im Bereich industrieller KI bekamen die europäischen Start-ups heuer mit 68 Millionen Euro sogar erstmals mehr als US-Start-ups, die im Schnitt auf 60 Millionen Euro kamen.
Gefragte Branchen
Rund 94 Prozent der Investitionen in europäische Start-ups fließen in sechs Branchen: klassische Industrie, Energie und Klima, Verteidigung und Sicherheit, Transport, Mobilität und Logistik, Recht und Compliance sowie Gesundheit und Life Sciences. Letztlich zählen auch Finanzdienstleistungen und Versicherungen zu den gefragten Branchen.
Unternehmen wie Welsing (Verteidigung), Wayve (Mobilität) und Legora (Recht) zählen im Schnitt nur vier Jahre nach der Gründung zu den 100 wertvollsten Technologieunternehmen Europas, geht aus der Studie hervor.
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