Ärztestellen wackeln

Weniger Budget: So sparen unsere Unis schon jetzt

Innenpolitik
18.09.2026 07:30

Aufnahmestopp, Bibliotheken sperren früher zu, Geld für Ärzte fehlt: Das Sparpaket der Regierung trifft Österreichs Universitäten nun voll. Welche Notmaßnahmen sie ergreifen.

Bis Ende 2027 ist das Geld für die 23 öffentlichen Unis noch gesichert. Danach muss der Gürtel aber enger geschnallt werden: Für die Jahre 2028 bis 2030 brauchen die Hochschulen nach eigenen Berechnungen rund 18 Milliarden Euro. In Aussicht gestellt hat Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) allerdings nur 15,5 Milliarden.

Obwohl die endgültige Entscheidung noch aussteht, ziehen erste Hochschulen bereits die Sparbremse. Das ist davon nun zu spüren:

  • Aufnahmestopp: An der Uni Graz wird seit Ende Mai kein Verwaltungspersonal mehr aufgenommen. Rund 100 Stellen sollen dadurch wegfallen. Sogar das „Lehrangebot wird überprüft“.
  • Bibliothek sperrt: Die TU Wien schließt ab Oktober die Hauptbibliothek unter der Woche um 19 statt wie bisher um 22 Uhr. Am Wochenende bleibt sie überhaupt zu. Die TU spricht von einer „notwendigen Maßnahme“, um auf die „unsichere Budgetentwicklung zu reagieren“.
Die Sparpläne an den Unis könnte im AKH zu weniger Ärztestellen führen.
Die Sparpläne an den Unis könnte im AKH zu weniger Ärztestellen führen.(Bild: Martin A. Jöchl)
  • Jobs wackeln: In Wien könnten die Sparpläne Folgen für die Krankenversorgung haben. „Die MedUni bereitet sich auf die möglicherweise notwendigen Szenarien vor“, heißt es. Sollte das Budget tatsächlich gekürzt werden, wären im Universitätsklinikum AKH Wien „bis zu 200 Ärztestellen finanziell nicht gedeckt“.
  • Keine Stipendien: An der Universität Wien werden Erasmus-Restplätze für Auslandssemester „aus budgetären Gründen“ bereits ohne finanzielle Unterstützung vergeben.

Verhandlungen laufen und die Uhr tickt
Wie viel Geld tatsächlich zur Verfügung steht, muss die Regierung im Herbst klären. Dazu finden „harte Verhandlungen“ statt, wie das Wissenschaftsministerium bestätigt. Die Uhr tickt, das Budget muss bis 31. Oktober feststehen.

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