Der von der „Krone“ aufgedeckte Missbrauchsfall in der Kulturszene entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle der jüngsten Zeit. Ein Mutter-Tochter-Gespann wurde wegen „schwerer Erpressung“ angeklagt, Günther „Gunkl“ Paal wegen „Kindesmissbrauchs“ und des „Besitzes von Missbrauchsdateien Unmündiger“ – beide Fälle werden zusammen verhandelt.
Rechtsanwalt Florian Höllwarth hatte am Mittwoch alle Hände voll zu tun. Nachdem die „Krone“ den neuen, erschütternden Fall um mutmaßlichen Kindesmissbrauch durch den Kabarettisten Günther Paal alias „Gunkl“ aufgedeckt hat, läutet im Minutentakt sein Mobiltelefon.
Meine Mandantinnen sind verzweifelt, dass die Kinder abgenommen wurden. Die Mutter bereut das alles fürchterlich.

Anwalt Werner Wendt vertritt das Mutter-Tochter-Gespann.
Bild: Zwefo
Erpressung lief seit über einem Jahr
Die Causa entpuppt sich wahrlich als einer der spektakulärsten Kriminalfälle der jüngsten Geschichte. Im Zentrum steht ein TV-Promi, der erpresst wurde und gleichzeitig Täter ist – wie nun bekannt wurde von der Mutter und der Oma des Kindes, das er im Jahr 2023 missbraucht haben soll. Vor rund eineinhalb Jahren fasste die Bekanntschaft des Künstlers den Entschluss, diesen zu erpressen. Als der Druck auf den Kabarett-Star zu groß wurde, erstattete dieser im Mai Anzeige und Selbstanzeige.
Paal zu Missbrauch geständig
Sie habe Fotos, sagte die Frau zu Paal und erwirkte damit Übergaben von Zehntausenden Euro in mehreren Tranchen. Diese Bilder dürften aber in Wirklichkeit gar nicht existieren. Die Anklage lautet auf 189.000 Euro, mehr als 150.000 seien tatsächlich geflossen. Die Handschellen klickten bei der Übergabe der letzten Tranche in der Höhe von 30.000 Euro.
Es hat sich nicht um eine Vergewaltigung gehandelt und es war ein einmaliger Vorfall. Teils liegen die Vorwürfe 13 Jahre zurück.

Florian Höllwarth vertritt den beschuldigten TV-Star.
Bild: Horst Einöder/Flashpictures
Die Mutter des jungen Opfers wurde im Juni festgenommen, deren Mutter wiederum als Beitragstäterin im Juli. Beide sitzen noch in Untersuchungshaft, seit Mittwoch gibt es eine Anklage. Den Frauen drohen ein bis zehn Jahre Haft.
Anklagen gegen alle drei erhoben
Eine Anklage gibt es nun auch gegen den erpressten Paal, den wir somit jetzt auch namentlich nennen. Ihm drohen sechs Monate bis fünf jahre Haft. Beide Fälle werden gemeinsam im Wiener Landesgericht verhandelt, einen Termin dafür gibt es noch nicht.
Wie berichtet, dürfte „Gunkl“ zu dem Missbrauch geständig sein. Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei ihm zudem Missbrauchsdateien Unmündiger sichergestellt: „Dieser Tatbestand setzt auch einen Besitzwillen voraus, den hatte mein Mandant nicht mehr“, sagt Höllwarth und ergänzt: Die Vorwürfe lägen teils 13 Jahre zurück.
Die beiden Frauen werden indes vom Wiener Rechstanwalt Werner Wendt vertreten: „Meine Mandantinnen sind verzweifelt, dass die Kinder abgenommen wurden. Die Mutter bereut das alles fürchterlich“, so Wendt.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.