Der Preis für Diesel in Österreich ist so hoch wie noch nie! Aktuell beträgt er im Median laut E-Control 2,268 Euro pro Liter. An Autobahn-Tankstellen beträgt der Preis bis zu 2,60 Euro. Der Benzinpreis liegt nur knapp unter dem Allzeithoch. Die Rufe nach Unterstützung mehren sich wieder.
Der bisher höchste Medianpreis – die Hälfte der Tankstellen ist günstiger, die Hälfte teurer – wurde Ende März verzeichnet, als der Liter Diesel 2,245 Euro. Der Liter Benzin kostete damals 1,91 Euro. Superbenzin ist nach wie etwas billiger als Diesel und bleibt mit Stand Mittwoch mit 1,959 Euro pro Liter auf hohem Niveau – Ebenfalls der bisherige Höchstwert von 2026. Nur 14 Cent fehlen auf den Höchstwert vom Juni 2022, so der Autofahrerklub ÖAMTC.
Krieg lässt Preise steigen
Der anhaltende Iran-Krieg und die weitere Eskalation im Nahen Osten treibt die Spritpreise seit Monaten wieder nach oben. Seit Beginn des Krieges sind die Spritpreise um rund 50 Cent gestiegen. In der Woche vor Beginn des Iran-Kriegs kostete Diesel im Mittel 1,57 Euro und Benzin 1,52 Euro pro Liter.
Einen ähnlich starken Anstieg der Spritpreise gab es zuletzt Anfang 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Damals legten Benzin und Diesel ebenfalls von rund 1,5 Euro binnen zwei Wochen um 50 Cent zu. Benzin kostete damals in der Spitze rund 1,95 Euro, Diesel knapp 2,10 Euro.
Rekordhoch in Deutschland
Bei unseren Nachbarn ist Diesel so teuer wie noch nie zuvor. Ein Liter kostete im landesweiten Tagesdurchschnitt 2,453 Euro und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem April, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht.
„Endlich Menschen entlasten“
In Anbetracht der Preissteigerungen werden auch die Rufe nach Unterstützung für Autofahrer und die Transportindustrie wieder lauter. An den Zapfsäulen seien Konsumenten mit Höchstpreisen konfrontiert, während Konzerne außergewöhnliche Gewinne erzielten, so Martin Grasslober, ÖATMC-Verkehrswirtschaftsexperte. „Es wäre an der Zeit, endlich jene Menschen zu entlasten, die auf das Auto angewiesen sind“, fordert er. Zudem plädiert Grasslober einmal mehr für eine EU-weite Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. So könne man die Mineralölsteuer und CO2-Bepreisung senken und den Kostendruck reduzieren.
Die Transportwirtschaft fordert analog zur angekündigten Strompreisbremse „Maßnahmen, damit sich die Preisspirale nicht weiter nach oben dreht und die Betriebe bei den Energiekosten entlastet werden“, so Alexander Klacska, Obmann der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr. In anderen Ländern wie Italien und Frankreich werde der gewerbliche Verkehr bereits über Rückvergütungen entlastet.
VCÖ und WWF für Reduktion des Verbrauchs
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und der WWF sprechen sich dagegen für eine Reduktion des Treibstoffverbrauchs aus. Den hohen Dieselverbrauch will der VCÖ über Kampagnen zum Spritsparen, einen schnelleren Umstieg auf Elektrofahrzeuge – auch bei Transportunternehmen – und die Unterstützung von Beschäftigten mit einem Jobticket für den öffentlichen Verkehr reduzieren. Auch der WWF will einen besseren Ausbau der Öffis, um die Öl-Abhängigkeit im Verkehr zu senken.
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