„Das war hirnlos“

Dekadenz regte auf: Käse-König im Netz beleidigt

Gericht
18.09.2026 05:30

Helikopter, Ferrari, Butler und mehr – dass Roland Ludomirska trotz schlecht laufendem Geschäft mit seiner Firma „Crazy Cheese“ mit Luxus prahlte, ließ bei einem 64-jährigen Pensionisten die Emotionen hochkochen. Auf wienerisch machte er seinem Ärger Luft, erntete eine Privatanklage wegen Beleidigung. Vor Gericht ist er reuig: „So was tut man einfach nicht.“

Im Wiener Landesgericht bekommt ein 64-Jähriger zu spüren, wie schnell es gehen kann: „Mindestens zwei Stunden in der Früh lese ich mich durch alle Onlinemedien durch.“ Auch an jenem verheerenden Tag diesen August. Und stieß dabei auf einen Artikel auf heute.at über Roland Ludomirska, der für seine Firma „Crazy Cheese“ Konkurs anmelden musste. Der Verkauf von ausgefallenen Käsesorten lief nicht wie gewünscht. 

Extravaganz und Luxus trotz Insolvenz
Ludomirska ist jedoch lang nicht mehr nur Unternehmer: Er tritt in Reality-TV-Formaten auf, legte beispielsweise bei der ATV-Sendung „Forsthaus Rampensau“ einen dekadenten Auftritt hin – mit Hubschrauber und persönlichem Butler. Und auch sonst scheut der 57-Jährige nicht davor zurück, öffentlich im Luxus zu leben. Obwohl das Käseunternehmen bereits seit der Corona-Pandemie auf Abwärtskurs lag ...

Zitat Icon

Wenn ich mich das nächste Mal ärgere, setz‘ ich den Motorradhelm auf und schreie.

Angeklagter 64-Jähriger im Wiener Landl

Roland Ludomirska betrieb jahrelang die Käsefirma „Crazy Cheese“. Dass er trotz Insolvenz im ...
Roland Ludomirska betrieb jahrelang die Käsefirma „Crazy Cheese“. Dass er trotz Insolvenz im Luxus lebt, brachte einen 64-jährigen Wiener auf die Palme.(Bild: Krone-Collage/Peter Tomschi, Gerhard Bartel)

„Hab's hirnlos rausgelassen“
Und genau das war es, was den pensionierten Wiener dermaßen auf die Palme brachte. „Nachdem ich den Auftritt bei ,Forsthaus Rampensau‘ gesehen hab’, hab‘ ich den Online-Artikel dazu in einem Posting auf Facebook verlinkt. In der Entrüstung und der Emotion hab’ ich dann hirnlos rausgelassen, was mich geärgert hat.“ In aller Kürze: Der 64-Jährige beleidigte den Käse-König im wienerischen Umgangston. 

„Ich möchte mich aufrichtig entschuldigen. So was tut man einfach nicht“, sitzt der Pensionist nun reuig vor Richter Stefan Romstorfer. Roland Ludomirska hatte nämlich Privatanklage gegen ihn wegen Beleidigung eingebracht. „Mir ist das so unangenehm. Ich hab‘ meinen Facebook-Account gelöscht. Ich will nicht mehr in so eine Situation kommen.“

„Dafür muss ich in die Tasche greifen“
Also bietet Clemens Weigl, der Anwalt des Käse-Königs, einen Vergleich an. 5240 Euro inklusive Anwaltskosten ist der 64-Jährige bereit zu zahlen. „Für das, wie ich mich verhalten habe, muss ich in die Tasche greifen“, sieht der Wiener ein. Bei einer höchstmöglichen Entschädigung von 100.000 Euro pro Veröffentlichung kommt der Angeklagte letztlich aber eh gut davon.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung