„Null nachvollziehbar“

Warum ist „Gunkl“ frei? Bauer gegen „Promi-Bonus“

Österreich
18.09.2026 08:00

Die Schockwellen des von der „Krone“ aufgedeckten Missbrauch-Krimis um Star-Kabarettist Günther „Gunkl“ Paal erreichen die Politik. ÖVP-Familienministerin Claudia Bauer kritisiert scharf, dass nach dem Fall Teichtmeister „schon wieder ein prominenter geständiger Kinderschänder seine Freiheit genießt“. Es dürfe keinen „Promi-Bonus“ geben.

Auch die Künstlerszene ist nach der Kindesmissbrauchs-Anklage gegen einen aus ihren eigenen Reihen in heller Aufregung. Gegenüber der „Krone“ äußerte sich auch der ORF zu seinem ehemaligen Star Günther Paal. „Weder gibt es eine aktuelle Zusammenarbeit noch waren und sind Ausstrahlen etwaiger Produktionen geplant.“

Der 64-jährige „Gunkl“ spielte etwa an der Seite anderer Kaberett-Stars im Erfolgsfilm „Muttertag“ mit, wurde dem breiten Publikum als Musiker und „Experte für eh alles“ bei der Satire-Show „Dorfers Donnerstalk“ bekannt.

Zitat Icon

Vergessen wir bitte nicht die Kinder, deren Kinderschänder nicht in der Öffentlichkeit stehen. Auch sie haben unsere Aufmerksamkeit und unseren Schutz verdient.

Ministerin Claudia Bauer

Für Bühnenkollegen gab es „keine Anzeichen“
Alfred Dorfer selbst hatte sich ja – wie berichtet – als einer der ersten Kollegen zu dem schockierten Fall auf seiner Instagram-Seite geäußert. Er sei „vollkommen erschüttert“ gewesen, als er „erstmalig die verstörenden Nachrichten“ vernommen habe. Es habe bei TV-Auftritten „weder Anzeichen, Hinweise oder Ähnliches in die kolportierte Richtung gegeben“.

Aufgeschreckt ist auch die Politik. Familienministerin Claudia Bauer findet klare Worte: „Jeder Fall ist einer zu viel und grauenhaft. Wir haben im Regierungsprogramm die Verschärfung des Sexualstrafrechts vereinbart, das wird auch für den Bereich des Missbrauchs von Kindern gelten müssen. Und unsere Kinder zu schützen, ist einer der höchsten Werte.“

ÖVP-Ministerin kritisiert Freiheit für „Gunkl“
Gleichzeitig übt sie offen Kritik an der Justiz, weil die mutmaßlichen Erpresserinnen hinter Gittern sitzen und „Gunkl“ nicht: „Zudem ist es null nachvollziehbar, dass schon wieder ein prominenter geständiger Kinderschänder seine Freiheit genießt.“ Auch das müsse sich ändern, es dürfe „keinen Promi-Bonus für Kinderschänder geben“.

Man dürfe dabei aber auch nicht die Kinder vergessen, die in der Öffentlichkeit stehen. Acht von zehn Kindesmissbrauchsfällen „passieren im familären Bereich“, so die ÖVP-Spitzenpolitikerin.

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