Eine Mutter erfährt am ersten Schultag von ihrer Tochter, dass diese kein Kopftuch mehr tragen darf. Sie wusste nichts vom Verbot. Das Mädchen erklärt ihr, dass es jetzt ein neues Gesetz gibt – und die Sache ist erledigt.
Eigentlich ist es eine erfreuliche Nachricht dieses ersten Schultages: Es braucht nicht immer eine Diskussion oder gar einen Streit. Manchmal braucht es, wie am Montag in einer Grazer Schule erlebt, nur Information. Und das sogar bei einem so sensiblen Thema wie dem Kopftuchverbot, das seit Montag an den heimischen Schulen gilt.
Frankreich hat mit einem solchen Regelwerk seit 2004 Erfahrung. Dort wurde von Anfang an festgehalten, dass der Umsetzung ein Gespräch mit den Schülern vorausgehen soll. Inzwischen sind die Vorgaben an den Schulen weitgehend Standard.
Vielleicht lässt sich daraus auch für Österreich etwas lernen. Ein Gesetz muss klar sein. Ebenso klar muss sein, was von Familien erwartet wird. Wer am ersten Schultag erstmals davon hört, hatte bisher schlicht keine Chance, sich darauf einzustellen. Mit Informationen in alle Haushalte durchzukommen – das ist wohl die eigentliche Herausforderung.
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