Trauer um Abfahrer

Vorwürfe nach Todesdrama: „Bringt uns zweimal um!“

Ski Alpin
16.09.2026 10:49
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Nach dem Todesdrama um Matteo Franzoso gibt es nun schwere Vorwürfe. „Der Verband hat uns im Stich gelassen“, klagen die Eltern des Italieners, der vor einem Jahr bei einem schweren Trainingsunfall ums Leben gekommen war.

„In einem Jahr ist alles stehen geblieben, es wurde kein einziger Schritt unternommen, um die Verantwortlichkeiten für das Geschehene zu klären“, schütteln Marcello und Olga im Gespräch mit der „Repubblica“ den Kopf.

„Der Verband hat uns im Stich gelassen“
Vor allem mit dem italienischen Verband gehen sie hart ins Gericht. „Das Schweigen der Ski-Welt, in der Matteo aufgewachsen ist, bringt uns gleich zweimal um. Der Verband hat uns im Stich gelassen, in zwölf Monaten haben sie uns weder geschrieben noch einbezogen. Das ist unglaublich. In diesen Monaten war nur die Finanzpolizei (Anm. d. Red.: Franzosos Sportgruppe) für uns da.“

Folgenschwerer Sturz in Chile
Franzoso war vor einem Jahr nach seinem Sturz im chilenischen La Parva mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Santiago gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt worden. Einen Tag vor seinem 26. Geburtstag erlag er am 15. September 2025 seinen schweren Verletzungen.

Matteo Franzoso
Matteo Franzoso(Bild: GEPA)

Wie kurz darauf bekannt wurde, war der Speed-Spezialist nach einem Sprung zu Sturz gekommen, unter einem Sicherheitsnetz durchgerutscht und anschließend gegen einen Windschutz geprallt. Die Folge war eine Sicherheitsdebatte im Ski-Zirkus.

Aus der Sicht von Franzosos Eltern hat sich jedoch kaum etwas getan. „Im Jahr vor Matteo starb Matilde Lorenzi, eine ähnliche Tragödie. Und glaubt ihr, dass sich bei den Sicherheitsvorschriften etwas geändert hat? Die Nationalmannschaft ist dieser Tage wieder dort in Chile. Die Absperrung, die Matteo getroffen hat, gibt es nicht mehr, aber die Athleten fahren immer schneller, die Sicherheitsvorkehrungen sind nicht ausreichend“, schimpfen sie.

Auch Kritik an Athleten
Zudem nehmen sie auch die anderen Skirennfahrer in die Pflicht: „Glaubt ihr, dass die Athleten etwas gesagt haben? Einer von ihnen ist auf der Piste, auf der sie alle trainieren, gestorben, und sie finden nicht die Kraft, sich zusammenzutun und mehr Aufmerksamkeit für Sicherheit zu fordern?“

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