Millionen für Start-up

„Stabil und sauber“: Nehammer lobt Atomreaktoren

Innenpolitik
16.09.2026 11:38

Als Bundeskanzler hat Karl Nehammer (ÖVP) die EU für ihre Haltung zu Kernenergie getadelt, jetzt, als Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EBI) klingt er ganz anders: Erstmals investiert die EBI in moderne Kernreaktortechnik, die Nehammer als „stabil“ und „sauber“ lobt.

„Atomkraft ist weder ‘grün‘ noch nachhaltig“, kritisierte Karl Nehammer (ÖVP) im Jahr 2021 als Kanzler die Entscheidung der EU, Kernenergie als „ökologisch nachhaltig“ einzustufen. Damals zog mit den Grünen als Koalitionspartner an einem Strang. Nach seinem Ausstieg aus der österreichischen Innenpolitik Anfang letzten Jahres wurde er im September 2025 einer der acht Vizepräsidenten der EIB. In dieser Funktion klingt der Ex-Kanzler ganz anders.

40 Millionen für Atom-Start-up
Die Bank investierte jetzt erstmals in moderne Kernreaktortechnologie. 40 Millionen Euro gehen an das finnische Start-up Steady Energy, das Kleinreaktoren (Small Modular Reactors, SMR) entwickelt. Diese Reaktoren sollen sichere, kohlenstoffarme Fernwärme als Alternative zu fossilen Brennstoffen liefern, heißt es in einer Presseaussendung der EIB. Das frische EU-Geld soll den Weg für den kommerziellen Einsatz der Technologie ebnen.

So sollen die finnischen Miniatomkraftwerke aussehen, wenn sie fertig sind.
So sollen die finnischen Miniatomkraftwerke aussehen, wenn sie fertig sind.(Bild: EIB)

Suche nach Pionieren
Die Finanzierung sei „ein Paradebeispiel dafür, wie die EIB-Gruppe Innovationen fördert, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken, die Energieautonomie zu verbessern und den Zugang zu erschwinglicher sauberer Energie zu erweitern“, wird Nehammer in der Aussendung zitiert. Man suche aktiv nach europäischen Pionieren der SMR-Technologie, um sie zu unterstützen.

„Sicherer Energiemix“
Denn diese Kleinreaktoren würden „stabile, kohlenstoffarme Energie“ liefern und könnten so neben erneuerbaren Energien „dazu beitragen, einen sicheren und widerstandsfähigen Energiemix aufzubauen“, betont der 53-Jährige. So könne man auch die Anfälligkeit gegenüber schwankenden Energiepreisen verringern. Das „grüne Label“ der EU für Atomkraft, dass Nehammer einst kritisierte, ist jetzt sein Argument, um mehr Geld in diese Technologie zu stecken.

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