KI aus Europa

Mistral sammelt drei Mrd. Euro für Expansion ein

Digital
08.09.2026 07:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im globalen Wettlauf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz legt Europa nach – zumindest ein wenig: Das französische KI-Start-up Mistral hat sich in einer neuen Finanzierungsrunde drei Milliarden Euro gesichert und stellt sich damit US-Schwergewichten wie OpenAI, Google und Anthropic noch entschiedener entgegen.

Durch die sogenannte Series-D-Runde steigt die Bewertung des erst vor drei Jahren gegründeten Unternehmens auf über 21 Milliarden Euro. Das ist die bis datogrößte Eigenkapitalfinanzierung eines europäischen Technologieunternehmens überhaupt. Trotz des Rekords spielen die großen KI-Konzerne aus den USA in einer anderen Liga. Allein der Branchenprimus OpenAI wurde in seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit rund 852 Milliarden US-Dollar bewertet.

Mistral positioniert sich im Schatten der US-Giganten jedoch bewusst als europäischer Gegenentwurf: Während Konkurrenten wie OpenAI überwiegend auf geschlossene Ökosysteme setzen, fokussieren sich die Pariser auf quelloffene, sogenannte Open-Weight-Modelle, die eine technologische Souveränität ermöglichen sollen. Kunden sollen modernste KI nutzen können, ohne die Kontrolle über ihre Recheninfrastruktur oder vertrauliche Geschäftsdaten an US-Konzerne abzutreten.

Arthur Mensch, Mitbegründer und CEO von Mistral, sagte, Unternehmen wollten KI in bereits komplexe Systeme integrieren: ihre eigenen Daten, ihre eigenen Tools, ihre eigenen Compliance-Vorgaben. „Das ist das eigentliche Problem. Deshalb haben wir Mistral auf offenen Modellen und einer Infrastruktur aufgebaut, die wir durchgängig kontrollieren – damit unsere Kunden dies ebenfalls machen können.“

Diese Nachfrage sei überall zu beobachten. „Diese Finanzierungsrunde bedeutet, dass wir in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produkte und Infrastruktur schneller vorankommen und Unternehmen weiterhin ermöglichen können, KI in großem Maßstab nach ihren eigenen Vorstellungen einzusetzen.“

Breite Allianz hinter Parisern
Angeführt wird die Rekordfinanzierungsrunde vom südkoreanischen Tech-Konzern Samsung Electronics. Als Co-Leads treten der von EQT gemanagte Scaleup Europe Fund sowie der Bestandsinvestor PSG Equity auf. Zudem beteiligen sich unter anderem die Beteiligungsgesellschaft Advent, von BlackRock verwaltete Fonds sowie das Großherzogtum Luxemburg als neue Geldgeber. Frühere Investoren wie der niederländische Halbleiterausrüster ASML, Nvidia, Andreessen Horowitz (a16z) und Index Ventures zogen erneut mit.

Ausbau der Rechen- und Forschungskapazitäten
Das frische Kapital soll vor allem in die Forschung an neuen Spitzenmodellen fließen und die massiv steigenden Ausgaben für Rechenkapazitäten decken, die für das Training moderner KI-Systeme nötig sind. Zugleich möchte Mistral seine internationale Präsenz ausbauen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben mittlerweile in 20 Ländern aktiv und unterstützt mehr als 125 Großkunden bei unternehmenskritischen KI-Projekten, darunter den Luftfahrt-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern Airbus, ASML und die Großbank HSBC.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

krone.at
krone.at
Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung