„Gefährlichste Tasse“

AfD-Vize versteigert jetzt sein Russland-Häferl

Deutschland
08.09.2026 07:46

Hans-Thomas Tillschneider sorgt mit einem Souvenir aus Russland für Aufsehen. Die Trinkschale mit einem Symbol der russischen Armee will er bei einer Auktion für knappe 2000 Euro verkaufen.

Nach dem Wahlsieg seiner Partei will der AfD-Vize nun aus seinem im Wahlkampf zum Thema gewordenen Häferl Kapital schlagen. „Die gefährlichste Tasse Deutschlands wird versteigert!“, verkündete Tillschneider auf X. Nach eigenen Angaben soll er sie als Andenken bei einer Russland-Reise mitgenommen haben.

Entdeckt worden war das umstrittene Mitbringsel mit rotem Stern und der Aufschrift „Armee Russlands“ in kyrillischen Buchstaben von dem Journalisten Paul Ronzheimer bei einem Besuch in Tillschneiders Wahlbüro. Infolge hagelte es heftige Kritik von den anderen Parteien, die sich insbesondere auf die Nähe des AfD-Politikers zu Putins Russland und seine Sympathien für den Angriffskrieg gegen die Ukraine konzentrierte.

Einsehen will Tillschneider die schwerwiegenden Vorwürfe nicht. „Es handelt sich um ein Mitbringsel von einer Russland-Reise aus 2023 oder 2024, über das schon mehrfach berichtet wurde“, verteidigte er sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Insofern verstehen wir die Skandalisierung nicht.“

„Es ist nicht unser Krieg“
Von dem Journalisten Ronzheimer darauf angesprochen, dass es sich um die Armee handele, die die Ukraine angreift, die in Deutschland einen hybriden Krieg führe, meinte Tillschneider nur: „Ich verbinde damit nichts Besonderes. Es ist eine Tasse, die mir hier geschenkt wurde, die hier rumsteht.“ Und setzte obendrauf: „Es ist nicht unser Krieg.“ Nach seinem Verhältnis zur russischen Armee befragt, wurde der AfD-Politiker schließlich doch nervös: „Jetzt hören Sie mit dieser blöden Tasse auf, ja. Es sind sozusagen weder Feinde noch Freunde. Staaten haben keine Freunde, Staaten haben Interessen.“

Laut Ronzheimer soll der AfD-Vize im Anschluss zu verhindern versucht haben, dass dieses Video jemals an die Öffentlichkeit gelangt.

Studierter Islamwissenschaftler 
Tillschneider ist studierter Islamwissenschaftler und gilt als einer der führenden Köpfe bei den Inhalten der AfD. Mitunter war der 48-Jährige für das Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt verantwortlich, das viele radikale Positionen enthält. Sein Verhältnis zu Russland war ihm in der Vergangenheit immer wieder in die Quere gekommen. Im September 2022 reiste der mit zwei anderen AfD-Politikern nach Russland, auch stand ein Besuch der Ostukraine auf dem Programm. Die Spitze der Partei distanzierte sich damals davon, die Politiker brachen die Reise ab.

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