ORF-Star ganz privat

So verletzlich zeigte sich Hausleitner noch nie

Formel 1
08.09.2026 08:04
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

So offen und privat hat man ORF-Star Ernst Hausleitner wohl noch nie erlebt. Im neuen „Mindgames“-Podcast spricht der Sportreporter über den Verlust seiner Mutter, das Scheitern seiner Ehe und die Angst, den Kontakt zu Sohn Felix zu verlieren.

Für Millionen rot-weiß-rote Motorsport-Fans ist Ernst Hausleitner die Stimme der Formel 1. Der 57-Jährige sprach nun allerdings nicht über Rundenzeiten und Boxenstopps, sondern über das Leben. Und sein Leben war von einigen Herausforderungen geprägt. Der gleichzeitige Verlust seiner Mutter und das Ende seiner Ehe brachten den Kult-Kommentator an seine Grenzen ...

„Meine Mama ist mir weggefallen als höchste Instanz in meinem Leben und ich war plötzlich sehr auf mich alleine gestellt“, erzählt Hausleitner über eine der schwierigsten Phasen seines Lebens. Um mit dem enormen emotionalen Druck umzugehen, suchte er immer wieder Ruhe in der Natur. Vor allem die Berge wurden für ihn zu einem wichtigen Rückzugsort. „Ich bin immer mit weniger Problemen vom Berg runtergekommen, als ich raufgegangen bin.“

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Ich wollte mal der beste Sportreporter des Landes sein. Jetzt möchte ich der beste Papa sein.

Ernst Hausleitner über seine verschobenen Prioritäten

„Die Vaterschaft macht mich angreifbarer“
Hausleitner wurde mit 48 Jahren erstmals Papa. Zu spät, wie er im Podcast sagt: „Als ich Vater wurde, habe ich mir damals gar nichts dabei gedacht, dass ich älter war als viele andere Väter. Jetzt denke ich oft, ich wäre gerne jünger, weil ich dann vielleicht mehr Energie hätte. Und wenn ich noch weiter in die Zukunft blicke, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich ihn vielleicht nicht mehr so lange in seinem Leben begleiten kann, wie ich es gerne hätte.“

„Warum tut man das einem Familienvater an?“
Die Geburt seines Sohnes hat sein Leben grundlegend verändert. „Die Vaterschaft macht mich angreifbarer“, sagt er. Besonders nach der Trennung machte ihm die Sorge zu schaffen, den regelmäßigen Kontakt zu Felix zu verlieren. Dabei übt der ORF-Mitarbeiter auch Kritik an den rechtlichen Rahmenbedingungen für Väter nach einer Scheidung. „Warum tut man das einem Familienvater an?“, fragt Hausleitner im Gespräch mit Podcast-Host Lukas Riegler. Den Kontakt zu seinem Sohn trotz aller schwieriger Umstände bewahrt zu haben, bezeichnet er rückblickend als seine „größte persönliche Leistung“.

Und: „Ich wollte mal der beste Sportreporter des Landes sein. Jetzt möchte ich der beste Papa sein.“

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Wenn du dort bist, merkst du: Die kochen alle nur mit Wasser.

Ernst Hausleitner über den Medienzirkus in der Formel 1

Von der „Krone“ bis zu Niki Lauda
Freilich kommt auch der Motorsport in den rund 87 Minuten nicht zu kurz. Die TV-Übertragungen mit Alex Wurz sind im österreichischen Fernsehen beinahe Kult. Hausleitner spricht über die Anfänge seiner Karriere, einen Nebenjob bei der „Krone“, der seinen beruflichen Weg entscheidend beeinflusste, seinen Aufstieg beim ORF sowie die Veränderung der Formel-1-Berichterstattung beim öffentlich-rechtlichen Sender durch den Einstieg von ServusTV. Auch Niki Lauda und Heinz Prüller spielen eine große Rolle. Über seinen Vorgänger sagt Hausleitner pointiert: „95 % der Österreicher kannten Heinz Prüller – meine Generation kennt nur mich.“

Ein kongeniales Duo: Alex Wurz (li.) und Ernst Hausleitner
Ein kongeniales Duo: Alex Wurz (li.) und Ernst Hausleitner(Bild: GEPA)

Den vermeintlichen Glamour der Formel 1 betrachtet der langjährige Kommentator inzwischen nüchtern. „Wenn du dort bist, merkst du: Die kochen alle nur mit Wasser“, sagt Hausleitner, der seit 2009 Formel-1-Rennen kommentiert und mittlerweile mehr als 300 Grands Prix begleitet hat.

Fest steht: Hausleitners Blick auf Erfolg hat sich verändert. Karriere und Anerkennung sind für Hausleitner weiterhin wichtig, entscheidender ist für ihn heute aber, für Sohn Felix da zu sein ...

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