Koreaner unter Strom

Hyundai plant über 100 Modellneuheiten bis 2030

Motor
27.08.2026 05:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Hyundai will Produktion und Modellangebot in den kommenden Jahren deutlich ausbauen und außerdem stärker auf Kooperationen mit Tech-Konzernen wie Amazon, Waymo und Nvidia setzen. Den hochtrabenden Plänen zufolge sollen bis 2030 weltweit mehr als 100 Modellneuheiten und Überarbeitungen an den Start gehen.

Wie das Unternehmen auf einem Investor Day in der koreanischen Hauptstadt Seoul ausführte, soll der Jahresabsatz 2030 auf 5,55 Millionen Fahrzeuge steigen, während sich der Anteil elektrifizierter Modelle im Verkaufsmix auf 60 Prozent erhöht.

Bei der Produktoffensive setzt Hyundai regional unterschiedliche Schwerpunkte. Allein für Nordamerika sind 58 Neuheiten und Überarbeitungen vorgesehen, für Europa 41. Neben klassischen Pkws will Hyundai gezielt bislang schwach besetzte Marktsegmente erschließen. Dazu zählen unter anderem Pick-ups mit Leiterrahmen, leichte Nutzfahrzeuge sowie zusätzliche kleine SUVs. Zu den unmittelbar bevorstehenden Neuheiten gehören etwa das bereits vorgestellte, rein elektrisch angetriebene Kompaktmodell Ioniq 3, ein neuer Tucson und ein speziell für Europa entwickeltes B-Segment-SUV.

Hyundai Tucson
Hyundai Tucson(Bild: Hyundai)
(Bild: Hyundai)
(Bild: Hyundai)
(Bild: Hyundai)

Vollgas bei Elektro und Hybrid
Antriebsseitig will Hyundai ebenfalls auf mehr Vielfalt setzen. In Europa wollen die Koreaner bis 2030 mit einem vollständig elektrifizierten Angebot 85 Prozent des Marktes abdecken. Der Elektroautoabsatz soll dabei von 116.000 Einheiten im Jahr 2025 auf mehr als 420.000 steigen. Auch das Hybridangebot wird erweitert. 2027 kommen erste EREV-Modelle, die primär elektrisch angetrieben werden, während der zusätzlich vorhandene Verbrennungsmotor als reichweitenverlängernder Stromgenerator fungiert. Den Anfang wird der neue Santa Fe als EREV mit annähernd 1000 Kilometer Reichweite machen.

Hyundai Ioniq 3
Hyundai Ioniq 3(Bild: Hyundai)
(Bild: Hyundai)
(Bild: Hyundai)
(Bild: Hyundai)
(Bild: Hyundai)
(Bild: Hyundai)

Parallel wird der Konzern seine Luxus- und Performance-Sparten ausbauen. Die Premiummarke Genesis soll mit dem neuen Flaggschiff GV90 sowie erstmals mit Hybrid- und EREV-Antrieben bis 2030 auf 350.000 Jahresverkäufe in mehr als 40 Märkten wachsen. Für die sportliche N-Reihe peilt Hyundai dann 100.000 Fahrzeuge pro Jahr an.

Amazon, Waymo und Nvidia
Eine zunehmend wichtige Rolle sollen Partnerschaften außerhalb der klassischen Automotive-Sparte spielen. Noch 2026 werden erste Ioniq 5 als Robotaxis an Waymo geliefert. Bei automatisiertem Fahren kooperiert Hyundai zudem mit Chiphersteller Nvidia. In Kooperation mit dem indischen Zweiradkonzern TVS Motor sollen elektrische Dreiräder entstehen. Die Zusammenarbeit mit Amazon wird auf den Online-Autovertrieb, Alexa-Integration und Cloud- beziehungsweise KI-Dienste ausgeweitet. Schließlich will man ab 2028 humanoide Atlas-Roboter in Hyundai-Werken einsetzen, welche die mehrheitlich zum Hyundai-Konzern gehörende Robotikfirma Boston Dynamics produziert.

Flankiert wird die Offensive von einem Ausbau der Produktion. Bis 2030 sollen weltweit Kapazitäten für zusätzliche 1,27 Millionen Fahrzeuge entstehen, davon 500.000 in Nordamerika. In den USA will Hyundai zudem den Anteil lokal beschaffter Teile auf mehr als 80 Prozent erhöhen.

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