Spritziger Kleinwagen

Dacia Sandero kommt als billiger Vollhybrid!

Motor
24.08.2026 05:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Dacia Sandero ist schon bisher das meistverkaufte Auto unter Privatkunden, dabei gab es ihn weder elektrifiziert noch mit Automatik. Beides ändert sich nun, und zwar gleichzeitig: ab sofort kann man ihn als Vollhybriden bestellen. Natürlich – typisch Dacia – zum Kampfpreis.

Der Privatkundenliebling schlechthin ist der Sandero bereits seit 2017, 2024 und 2025 schaffte er es sogar über alle Vertriebskanäle hinweg an die Europa-Spitze. Jetzt bekommt ausgerechnet der Preis-Leistungs-König einen Antrieb, der bislang eher bei teureren Kleinwagen zu finden war.

Den Antrieb teilt sich der Dacia Sandero Hybrid 155 z.B. mit seinem edleren Bruder, dem Renault Clio (aber auch anderen Konzernfahrzeugen). Das System kombiniert einen 1,8-Liter-Saug-Vierzylinder mit zwei Elektromotoren, einer 1,4-kWh-Batterie und einem Multi-Mode-Automatikgetriebe. Mit 158 PS Systemleistung geht es aus dem Stand in 8,1 Sekunden auf 100 km/h, bei 180 km/h ist Schluss.

Das klingt für einen Sandero beinahe schon nach Sportausstattung, doch er ist auch sparsam: Dacia gibt für den normalen Sandero 4,2 Liter pro 100 Kilometer an, beim Stepway sind es 4,4 Liter. Die CO₂-Werte liegen bei 96 beziehungsweise 100 Gramm pro Kilometer.

(Bild: Adrien Cortesi)
(Bild: Adrien Cortesi)
(Bild: Adrien Cortesi)

Bis zu 80 Prozent der Fahrzeit soll der Sandero im Stadtverkehr elektrisch zurücklegen können, angefahren wird grundsätzlich mit Strom. An die Steckdose muss er nie: Die kleine Batterie wird beim Verzögern und über den Verbrennungsmotor geladen.

Nicht für das Basismodell
Man muss allerdings zumindest die Expression-Ausstattung bestellen, die u.a. den 10,1-Zoll-Touchscreen, elektrische Fensterheber auch hinten, elektrisch einstellbare Außenspiegel oder auch eine manuelle Klimaanlage umfasst. Das Basismodell ist nur mit dem 101-PS-Turbo-Dreizylinder erhältlich (bzw. 110 PS beim Sandero). 

Deshalb liegt der billigste Hybrid-Sandero fast 5000 Euro über dem Grundpreis. Tatsächlich schlägt Dacia für den Antrieb aber nur exakt 3000 Euro (bzw. 3800 Euro beim Journey) auf: 18.290 Euro kostet er als Expression, 20.390 Euro als Journey. Beim höhergelegten Sandero Stepway beginnt der Hybrid bei 20.690 Euro, ebenfalls 3800 Euro oberhalb des vergleichbaren TCe 110.

Damit bleibt ein echter Vollhybrid mit serienmäßiger Automatik im Einstiegspreis unter der psychologisch durchaus wirksamen 20.000-Euro-Grenze. Ende September sollen die ersten Autos bei den österreichischen Händlern stehen.

Der Preis ist günstig
Vor allem im Vergleich mit der etablierten Hybridkonkurrenz zeigt sich, wie aggressiv Dacia kalkuliert. Ein Toyota Yaris Hybrid 116 kostet in Österreich regulär 23.490 Euro Listenpreis. Toyota bietet ihn derzeit zwar mit umfangreichen Boni ab 18.490 Euro an, dafür müssen allerdings unter anderem Leasing und Versicherung abgeschlossen werden. Ohne solche Bedingungen liegt der Dacia also 5200 Euro unter dem Yaris-Listenpreis.

Noch interessanter ist der Vergleich innerhalb des eigenen Konzerns. Der neue Renault Clio Full Hybrid E-Tech 160 startet in Österreich bei 24.490 Euro und leistet ebenfalls 116 kW beziehungsweise 158 PS (ist ja der gleiche Antrieb). Damit kostet er 6200 Euro mehr als der Sandero Hybrid Expression.

Natürlich bekommt man im Renault dafür auch mehr Auto fürs Auge, fürs Cockpit moderneres Infotainment und feinere Materialien, außerdem mehr Assistenz und allgemein mehr automobile Patisserie. Der Dacia bleibt auch mit Elektromotor ein Dacia. Doch wer vor allem einen sparsamen Automatik-Kleinwagen sucht, dürfte sich durchaus fragen, was ihm diese zusätzlichen Zutaten wert sind.

Und dann gibt es noch den MG3 Hybrid+, der als ausgesprochen günstige Hybrid-Alternative auftritt. Sein ursprünglicher österreichischer Listenpreis lag bei 19.990 Euro. Aktuell wirbt MG sogar mit 14.990 Euro, allerdings inklusive Leasing-, Versicherungs- und Eintauschbonus. 

Allerdings hinterlässt der Dacia-/Renault-Antrieb einen harmonischeren Eindruck, ebenso die Fahrzeugbedienung des Sandero.

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