Zugriff in Spanien

Polizei fasst den gefährlichen „Ausbruch-Zauberer“

Ausland
26.08.2026 22:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein gefährlicher Mann, der bereits aus vier Gefängnissen in Italien und Belgien entkommen ist, konnte nun in Spanien festgenommen werden. Seine Fluchten lesen sich wie ein Drehbuch: Einmal seilte er sich mit verknoteten Bettlaken aus einem Fenster ab, ein anderes Mal half ihm eine Menschenpyramide über eine Gefängnismauer. Nun klickten für den als „Ausbruch-Zauberer“ bekannten Albaner in Tarragona abermals die Handschellen.

Die spanische Polizei nahm den Mann nach eigenen Angaben am vergangenen Freitag in der nordostspanischen Stadt Tarragona fest. Die italienischen Behörden hatten einen Europäischen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Offiziell wurde seine Identität zunächst nicht bekannt gegeben. Die Polizei bezeichnete ihn als TT. Italienische Medien identifizieren ihn als Toma Taulant, bekannt als „mago della fuga“, also „Ausbruch-Zauberer“.

Kann schon vier erfolgreiche Fluchten verbuchen
Nach Angaben der Policía Nacional entkam der Mann 2009 aus einem Gefängnis im umbrischen Terni und 2013 aus einem Gefängnis in Parma. Im selben Jahr gelang ihm die Flucht aus einem belgischen Gefängnis, indem er mithilfe einer Menschenpyramide über die Mauer kletterte.

Ausbrüche, wie nach Drehbuch
Seine jüngste Flucht soll sich im Dezember 2025 ereignet haben. Aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Italien soll er entkommen sein, nachdem er Gitterstäbe durchgesägt und sich mit verknoteten Bettlaken aus einem Fenster abgeseilt hatte.

„Es klingt wie etwas aus einem Film, aber manchmal ist die Realität seltsamer als die Fiktion“, erklärte die Policía Nacional. Sie bezeichnete ihn als „Meister der Fluchten“.

„Zauberer“ leistete starken Widerstand
Vor seiner Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Mailand verbüßte der Mann laut italienischen Medien eine Haftstrafe, die bis 2048 dauern sollte. Er war demnach unter anderem wegen Raubs mit Gewalt, Diebstahls und Drogenhandels verurteilt worden.

Bei seiner Festnahme habe der als „sehr gefährlich“ eingestufte Mann „starken und aktiven Widerstand“ geleistet. Mehrere Landsleute sollen versucht haben, die Festnahme zu verhindern. Einer von ihnen verletzte laut Polizei zwei Beamte. Nach dem Angreifer wird gesucht.

Gefälschte Papiere und gefälschtes Geld dabei
Die Ermittler stellten zudem eine weggeworfene Pistole des Waffenherstellers SIG Sauer sicher. Beim Festgenommenen wurden gefälschte Ausweispapiere sowie zwei mutmaßlich gefälschte 500-Euro-Scheine gefunden. Die Banknoten wurden zur Untersuchung an die spanische Zentralbank geschickt.

Der Verdächtige sitzt nun in Tarragona in Haft und wartet auf seine Auslieferung nach Italien.

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